Nicht abfinden mit der Welt, wie sie ist

Landessuperintendent Dietmar Arends fordert Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland

Kreis Lippe. Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland fordert Landessuperintendent Dietmar Arends angesichts der untragbaren Situation an der griechisch-türkischen Grenze. Es sei zynisch, angesichts des Reichtums unseres Landes und des Elends der Flüchtlinge zu sagen, dass unsere Möglichkeiten begrenzt seien, und damit zu rechtfertigen nichts gegen die katastrophale Lage zu tun: „Kommunen, Städte und Kirchengemeinden stehen bereit, Menschen aufzunehmen“.

Arends predigte anlässlich des Sonntags „Reminiscere“, an welchem in Gottesdiensten und Gebeten in besonderer Weise auf die Leidenserfahrungen von Christen in anderen Ländern aufmerksam gemacht wird, in der Klosterkirche in Blomberg. Hier ging es vor allem um die Situation bedrängter und verfolgter Christen von Syrien bis Afghanistan – Länder, aus denen Flüchtlinge nach Europa unterwegs sind.

In persönlichen Zeugnissen berichteten Lippe lebende Menschen aus Syrien, dem Iran und Afghanistan. Nachdenklich stimmte die Einschätzung eines Interviewpartners, dass nach den schrecklichen Gewalterfahrungen die Zukunft der christlichen Kirchen zumindest im Norden Syriens höchst fraglich sei. In Iran und Afghanistan seien besonders Menschen bedroht, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind. Bei manchen, die in Deutschland lebten, sei dennoch der Asylantrag abgelehnt worden.

Arends forderte Schutz in Deutschland für konvertierte Christen. Er zeigte sich auch beeindruckt von dem Mut vieler Christen, wie zum Beispiel in Syrien, trotz allem ihren Glauben zu leben und zerstörte Kirchen wiederaufzubauen: „Wer aus der Hoffnung lebt, der findet sich nicht ab mit der Welt, wie sie ist.“

12.03.2020