Friedensstellungnahmen der Lippischen Landessynode

direkt zum Thema Atomwaffen

direkt zum Thema militärische Auslandseinsätze

Das Thema Frieden hat große Aktualität. Ein Stichwort ist die Atombewaffnung mit dem Konflikt zwischen den USA und Nordkorea und der Kündigung des INF-Abkommens zwischen den USA und Russland. Andere Themen sind die Auslandseinsätze der Bundeswehr wie zum Beispiel in Kosovo, Afghanistan, Mali, Irak, die Frage der Rüstungsexporte, das 2%-Ziel bei den Rüstungsausgaben usw.

Im evangelischen Bereich war im Jahr 2007 die Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ ein wichtiger Schritt der Positionsentwicklung. Aber die Diskussion geht weiter und muss weiter gehen. Viele Landeskirchen haben seitdem Beratungsprozesse z.B. mit dem Titel „Kirche des gerechten Friedens werden“ begonnen. Eine Vorreiterin war hier die Evangelische Landeskirche in Baden. Auch die EKD-Synode im November in Dresden ist dem Schwerpunktthema Frieden gewidmet und führt als Vorbereitung hierauf einen breit angelegten Konsultationsprozess durch.
Für nähere Informationen siehe: https://www.ekd.de/friedenskonsultation-37092.htm und https://www.evangelische-friedensarbeit.de/

Die Lippische Landeskirche hat die Diskussionen um das Thema Frieden ebenfalls neu aufgenommen. Als kleine Landeskirche haben wir uns dabei entschieden, exemplarisch vorzugehen und zunächst zu zwei wichtigen Themen zu arbeiten.

1) Atomwaffen

Im Juni 2018 bekräftigte die Synode der Lippischen Landeskirche ihre grundsätzliche Ablehnung von Atomwaffen aus dem Jahr 1983 und forderte die Bundesregierung auf, dem Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 beizutreten, der bis Oktober 2018 von 69 Staaten unterzeichnet worden ist.

> Beschluss der Lippischen Landessynode vom 8.6.2018
"Atomwaffen verbieten und abschaffen – Friedensethische Erklärung der Lippischen Landeskirche zur atomaren Bewaffnung und Teilhabe"

Weitere Materialien hierzu:

2) Militärische Auslandseinsätze

Nach einem längeren Diskussionsprozess verabschiedete die Lippische Landesynode im Juni 2021 eine Stellungnahme zum Thema „Auslandseinsätze der Bundeswehr“. Hintergrund ist, dass mit der Kaserne in Augustdorf ein wichtiger Bundeswehrstandort für solche Einsätze im Bereich unserer Landeskirche liegt. So stellte sich sehr direkt die Frage: Wie kann sich die Kirche im Rahmen ihrer Friedensverantwortung zu militärischen Auslandseinsätzen positionieren? Neue Aktualität bekam die Stellungnahme dadurch, dass der langjährige Bundeswehreinsatz in Afghanistan gerade in dieser Zeit zu Ende ging.

Im Beschluss äußert die Synode ihre Besorgnis über die wachsende Zahl an Auslandseinsätzen, erklärt aber auch ihre Verbundenheit mit den Soldatinnen und Soldaten sowie den Mitarbeitenden in zivilen Friedensdiensten. Ausgehend von einer grundlegenden Skepsis gegenüber militärischem Gewaltgebrauch sollte die zivile Konfliktbearbeitung im Umgang mit Krisen im Ausland Vorrang haben. Falls Gewalt aber als letztes und äußerstes Mittel („ultima ratio“) im Sinne einer Schutzverantwortung in den Blick kommt, müssten die klassischen Prüfkriterien einer Ethik rechtserhaltender Gewalt erfüllt sein. Als eigenen Beitrag will die Landeskirche die Ausbildung und den dreijährigen Einsatz einer Friedensfachkraft finanzieren.

> Beschluss der Lippischen Landessynode vom 12.6.2021:
"Frieden stiften, der Gerechtigkeit dienen – Erklärung der Lippischen Landeskirche zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr
"

Vorträge und Impulse aus der Diskussion:

Im Rahmen der Vorbereitung für die der Stellungnahme gab es Vorträge, Diskussionen und eine Fachtagung zwischen Herbst 2018 und März 2019. Hier finden Sie Dokumente aus diesen Veranstaltungen:

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