Von Kentestoffen bis Reggae

Lippische Ghana-Togo-Tage informieren über Partnerschaft mit Kirchen in Westafrika

Papa Julius & Zion Nexus im Konzert in der Christuskirche

Kreis Lippe/Detmold. Mit fünf Veranstaltungen an einem Wochenende brachten die Lippischen Ghana-Togo-Tage die partnerschaftliche Verbindung mit zwei Kirchen in Westafrika einem breiteren Publikum nahe. Einen guten Überblick über zahlreiche Initiativen bot dabei der „Markt der Möglichkeiten“ im Gemeindehaus am Markt in Detmold.
Hier präsentierte etwa der Gastgeber des Marktes, der Partnerschaftsausschuss Nordghana der Klassen Süd und Ost in der Lippischen Landeskirche, seine Arbeit. Elke Drewes, Heike Albrecht und Karla Gröning informierten unter anderem über Projekte der Partner im Norden Ghanas zur Klimagerechtigkeit, den Bau eines Gästehauses oder ein Soja-Anbauprojekt zur Ernährungssicherung in Nordghana.
Der Eine-Welt-Laden „Alavanyo“, was in der Sprache der Ewe in Ghana „alles wird gut!“ bedeutet, bot fair gehandelte Waren wie Kaffee und Kekse an. Der Name des Ladens bezieht sich auf einen gleichnamigen Ort in Ghana, wo ein kirchliches Berufskolleg unterstützt wird.

Der Erprobungsraum „Together in Christ“ war mit einer Videopräsentation vertreten. Inge Ehrlicher stellte Kente-Stoffe aus Ghana und Togo aus und informierte über die traditionelle Schmalband-Webkunst. Wiederverwertbare Tragetaschen aus Ghana zeigte Pfarrer Maik Fleck von der ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-West. Bismark Osiakwa, ein junger Mann, der vor drei Jahren seinen Freiwilligendienst bei der Norddeutschen Mission in Bremen absolvierte, stellt diese Taschen in einer neu gegründeten Näherei in der Hauptstadt Accra her, um das Plastikmüllproblem seiner Heimat zu verringern. 

Auch die Norddeutsche Mission war durch ihre Generalsekretärin Heike Jakubeit und zwei Süd-Nord-Freiwillige vertreten. Dieses internationale Gemeinschaftswerk von sechs Kirchen aus Ghana, Togo und Deutschland, zu denen die Lippische Landeskirche gehört, unterstützt die partnerschaftlichen Kontakte.  

Weitere Informationen boten ein Stand der Musikschule Ouagadougou in Burkina Faso, die 2018 von der Detmolder Musikstudentin Maria Behrens gegründet wurde, und Nicolai Roerkohl vom Ghana-Forum NRW e.V., welches die Partnerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Republik Ghana begleitet.

Zur Eröffnung der Ghana-Togo-Tage am Vorabend hatte die Band Papa Julius & Zion Nexus mit westafrikanisch inspiriertem „Roots-Reggae“ in der Christuskirche begeistert. Die groovigen Songs aus der Feder des Leadsängers Julius Nartey (Foto), der selbst aus Ghana kommt, erzählen von der Liebe, Treffen unter dem Mangobaum, aber auch von Kindern ohne Eltern oder einer großen Dürre in Nordghana. Die etwa 100 Konzertgäste ließen sich mitreißen von den Reggae-Rhythmen der fünfköpfigen Band aus dem Rheinland, die mit ihrem Programm durch ganz Europa tourt.

Im weiteren Verlauf des Wochenendes gab es noch eine kritische Führung zu Ausstellungsstücken aus kolonialem Kontext im Lippischen Landesmuseum Detmold, den deutsch-ghanaischen Spielfilm Borga im Kaiserhof Kino und einen Gottesdienst mit Liveverbindung zu einer Kirchengemeinde in Accra/Ghana.

Zu den Lippischen Ghana-Togo-Tage hatten der Partnerschaftsausschuss Nordghana der Klassen Süd und Ost in der Lippischen Landeskirche, die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Detmold-West und die Lippische Landeskirche eingeladen. Die Akteure sind der Evangelical Presbyterian Church (E.P. Church), Ghana, und der Eglise Évangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) über die Norddeutsche Mission partnerschaftlich verbunden.

21.09.2022

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