RU-Jahrestagung der Lippischen Landeskirche 2022
16.11.2022
9-16 Uhr

Seminar Nr. 2253

Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen.

Zum Flyer

Was meinen Christinnen und Christen, wenn Sie von Frieden sprechen? In der Geschichte der christlichen Kirche gab es verschiedene Positionierungen in Bezug auf Frieden und Krieg. In den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg hat ein entscheidender Paradigmenwechsel in der friedensethischen Diskussion stattgefunden: Während jahrhundertelang die Rede vom „gerechten Krieg“ bestimmend war, ist heute die Rede vom „gerechten Frieden“ Leitbild christlicher Friedensethik geworden. In der Diskussion unterscheiden sich die Begründungen für einen gerechten Frieden jedoch untereinander. Konsens in allem Diskus ist aber, dass gerechter Friede kein Zustand ist, sondern ein Prozess, ein Weg, auf dem sich schrittweise Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit für Menschen, Länder, Nationen, wirtschaftliche Verflechtungen und Abhängigkeiten weltweit und nicht zuletzt die ganze Schöpfung durchsetzen. Die Rede vom gerechten Frieden beinhaltet einen beträchtlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Neben grundsätzlichen Fragestellungen, werden wir den Blick auf den Schulalltag richten und Möglichkeiten in der Gestaltung dieses so aktuellen Themas für den Religionsunterricht vorstellen.
 

Workshop 1, Dr. Manfred Karsch, Grundschule
Bewahrung der Schöpfung - Gerechte Teilhabe - Frieden
Grundlegende Themen auf dem Lebensweg des Franz von Assisi (Franziskus)

Franz von Assisi (1182 - 1226) zählt zu den wichtigen Menschen der gemeinsamen Geschichte der Christenheit. Sein Lebensweg, den er zusammen mit anderen jungen Menschen beschritt, ist ein besonderes Experiment, mit dem er auf den Spuren Jesu von Nazareth gehen will. Für einige ist er dadurch zum Heiligen, für andere zum Vorbild geworden. Seine Lebensthemen bleiben bis heute aktuell: Leben im Einklang mit der Schöpfung, christliche Gemeinschaft, minimalistisch leben, Verantwortung tragen für den Frieden.
Im Workshop werden wir die Vielfalt der Lebensthemen des Franziskus kennenlernen und einen Überblick über ein Unterrichtsvorhaben gewinnen, das in den Klassen 3./4. der Primarstufe eingesetzt werden kann. Manfred Karsch wird zudem das Unterrichtsvorhaben auf die vernetzten Kompetenzerwartungen des neuen Lehrplans für die Primarstufe beziehen.
Materialien zum Mitnehmen werden zur Verfügung gestellt.
 

Workshop 2, Dagmar Kübler, Bezirksbeauftragte, für Lehrkräfte und Schulpfarrer an Berufskollegs
Gemeinsam machen wir uns in diesem Workshop auf die Suche nach Friedensspuren an unseren Schulen.

Wir entdecken Orte an unseren Schulen, von denen Friedensimpulse in unseren Schulalltag ausgehen (können) und entwickeln Ideen für Unterrichtssituationen, Projekte, Thementage, Fortbildungen…, in denen Spuren von Frieden im Miteinander unserer Schulgemeinschaften sichtbar, erlebbar und erlernbar werden. 

Falls möglich, bringen Sie bitte Laptops oder Tablets mit.
Ich freue mich auf gemeinsames Spuren suchen und Spuren legen!
 

Workshop 3, Dr. Alina Bloch und Dr. Oliver Arnhold,  Sekundarstufe 1
Knapp zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler möchten laut einer Studie aus dem Jahr 2019, dass im Unterricht die Themen Liebe, Sexualität und Vielfalt stärker thematisiert werden. Der Religionsunterricht ist der institutionelle Bildungsort, an welchem sich die Lernenden in einem geschützten Rahmen mit diesen Themen curricular verankert auseinandersetzen können. Gerade der Religionsunterricht bietet die Chance, tiefgreifende Sinnfragen zu klären, einen friedlichen, partnerschaftlichen und menschlichen Umgang mit dem Nächsten zu reflektieren und sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen, aber auch gesellschaftliche Begebenheiten wahrzunehmen und zu beurteilen.

Dr. Alina Bloch und Dr. Oliver Arnhold stellen in dem Workshop das von ihnen entwickelten Themenheft: "Mensch-Liebe-Partnerschaft" und einige der darin enthaltenen praxiserprobten Materialien für den Religionsunterricht für die Sekundarstufe 1 vor. Alle Teilnehmer*innen an dem Workshops erhalten das entsprechende Themenheft.

 

Workshop 4, Sabine Hartmann, GS, SEK 1 (SEK 2)
Die Menschen im Globalen Süden haben sehr viel mehr unter den Folgen des Klimawandels zu leiden als die Menschen auf der Nordhalbkugel unserer Erde. Aber die letztgenannten sind die Hauptverursachenden des Klimawandels. Gerechter Friede kann nur gelingen, wenn sich diese Ungerechtigkeit verändert.

Brot für die Welt, Hilfsorganisation der evangelischen Kirchen und Freikirchen in Deutschland unterstützt Menschen im Globalen Süden dabei, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Gleichzeitig macht das Werk darauf aufmerksam, dass wir im Globalen Norden unsere Lebensweise ändern müssen, damit der Klimawandel nicht noch weiter voranschreitet. Dieser Prozess muss durch Bildungsarbeit immer wieder neu angestoßen werden. Daher gibt Brot für die Welt eine ganze Reihe von Bildungsmaterialen heraus, auch für Schulen.

In diesem Workshop wird die Arbeit von Brot für die Welt mit dem Schwerpunkt der laufenden Jahresaktion „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ sowie einige dazugehörende Bildungsmaterialien vorgestellt.

Bitte wählen Sie zwischen:
- nicht vegetarischem Essen
- vegetarischem Essen
- Workshopwunsch (1-4, s. Flyer)
und geben Ihre Wahl bei der online-Anmeldung in dem Textfeld für Mitteilung an.

Den Tagesablauf finden Sie in dem Flyer (s.o.)

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