Im Gespräch

Landessuperintendent Dietmar Arends würdigt im Bericht des Landeskirchenrats insbesondere die Ökumene

Kreis Lippe/Detmold. „Ein ganz entscheidender Impuls – vielleicht war es der entscheidende überhaupt – liegt gewiss im ökumenischen Ertrag dieses Ereignisses.“ Landessuperintendent Dietmar Arends hat in seinem Rückblick auf die vergangene vierjährige Synodalperiode unter dem Titel "Im Gespräch" eine positive Bilanz des Reformationsjubiläums 2017 gezogen. Insbesondere die beiden großen Konfessionen habe das Jubiläum näher zusammengebracht. Aber auch mit den anderen Konfessionen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Lippe (ACK) gebe es ein sehr gutes Miteinander.

Geblieben sei auch die Erfahrung der Kooperation mit nichtkirchlichen Institutionen in der Region: „Auf vielfältige Weise haben wir mit anderen gemeinsam dieses besondere Jahr gestaltet und es war gut zu erleben, wie viele sich beteiligt haben“. In Gesprächen mit anderen Landeskirchen sei immer wieder deutlich geworden, dass diese vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten in einer überschaubaren Region sicher zu den besonderen Chancen einer eher kleinen Landeskirche gehörten.

Arends hob weiterhin den im Reformationsjubiläum angestoßenen „Dialog Kirche und Schule“ hervor. So sollen künftig Schulvertreter zu Pfarrkonventen der Klassen eingeladen werden. Themen dort könnten unter anderem Schulgottesdienste, Konfirmandenarbeit, Religionsunterricht und Notfallseelsorge sein.

„Die Kirche und junge Menschen“ sei ein weiteres der Themen der vergangenen Synodalperiode gewesen, so der Landessuperintendent: „Wir sind als Kirche gefordert, Rede und Antwort zu stehen, wenn junge Menschen uns befragen nach dem, was wirklich wichtig ist im Leben. Wir sind aber auch gefordert, uns mit ihnen auf den Weg zu machen, um Antworten zu finden.“ Es müsse darum gehen, eine Begegnung mit jungen Menschen in der Kirche auf Augenhöhe zu ermöglichen und strukturell zu verankern. Eine große Herausforderung sei die Frage, wie dem sogenannten Traditionsabbruch begegnet werden solle, also der Tatsache, dass die Weitergabe von religiösen Inhalten immer weniger in den Familien geschehe: „Die Antwort kann ja nur lauten, dass wir als Kirche in Kontakt sein müssen und kommen müssten mit der jungen Generation – mit Schülerinnen und Schülern, mit Kindern und Jugendlichen, mit Familien. Dabei spielen neben all dem, was in den Kirchengemeinden sonst geschieht, die vielen Kindertagesstätten eine besondere Rolle.“ Ein Blick sei auch auf die Familienbildung mit ihren Angeboten an Eltern mit kleinen Kindern zu richten, so Arends weiter: „Die gemeinsamen Themen der Eltern, der regelmäßige Gruppenbesuch, ergänzt durch Krabbelgottesdienste und Familiennachmittage in der Gemeinde, unterstützen die Annäherung und die Wahrnehmung von Kirche als Ort, an dem sich Familien gesehen und willkommen fühlen.“

"Im Gespräch" – weitere Themen, die Dietmar Arends in dem Bericht aufgreift, sind die religiöse Vielfalt und der interreligiöse Dialog. „Eine besondere Nähe empfinden wir als Lippische Landeskirche zur jüdischen Gemeinde“, so Arends. Es bestehe seit vielen Jahren eine enge und vertrauensvolle Beziehung zur jüdischen Gemeinde Herford-Detmold. Traurig stimme, dass auch die Synagoge in Herford immer noch besonders geschützt werden müsse. Von einem „normalen“ jüdischen Leben in Deutschland könne leider immer noch nicht gesprochen werden: „Im Gegenteil, in Deutschland wurden im vergangenen Jahr im Schnitt jeden Tag vier antisemitische Straftaten gezählt, ganz überwiegend von rechter Gesinnung motiviert.“ In den ersten Monaten dieses Jahres sei diese Zahl noch einmal deutlich angestiegen: „Das ist angesichts der Geschichte, an die wir uns in diesem Jahr besonders erinnern mussten, unerträglich, beschämend und gibt Anlass zu größter Sorge und Wachsamkeit.“

Zehn muslimische Gemeinden gebe es inzwischen in Lippe, zum Teil dem Dachverband DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) und zum anderen Teil der IGMG (Islamische Gemeinschaft Milli Görüs) angehörig. „Obwohl es um diese Verbände in unterschiedlicher Weise intensive Diskussionen gibt, besteht Konsens unter anderem auch der drei Landeskirchen in NRW, dass dennoch und vielleicht gerade deshalb der Dialog und der Kontakt  auf lokaler Ebene umso wichtiger sind.“ Hier seien über Jahrzehnte oft tragfähige Beziehungen entstanden, die es zu pflegen und weiter zu entwickeln gelte: „Gerade in Zeiten auch einer zunehmenden Islamfeindlichkeit in Teilen der deutschen Bevölkerung braucht es ein Gespräch, das Brücken baut“.

Die Zuwanderung von Geflüchteten in den vergangenen vier Jahren habe nicht nur eine Willkommenskultur, sondern auch Wahlerfolge der rechtspopulistischen Partei AfD gebracht: „Der Kern dieser Gegensätze scheint in einer unterschiedlichen Haltung zur zunehmenden Weltoffenheit und größeren Vielfalt auch im eigenen Land zu liegen“. Es gebe Menschen, die dem eher positiv gegenüberstünden, andere reagierten mit Unbehagen: „Unsere Aufgabe als Kirche muss es sein, hier sehr klar zu sein: Die Sorgen und Ängste der Menschen müssen wir ernst nehmen. Wir müssen Räume für das Gespräch bieten. Aber rassistische, menschenverachtende, nationalistische Äußerungen dürfen keinen Platz haben, in der Kirche nicht und in der Gesellschaft auch nicht. Solchen Äußerungen gilt es in aller Deutlichkeit und immer wieder zu widersprechen.“

 

Weitere Infos zur Lippischen Landeskirche:

Rund 159.000 Gemeindeglieder
69 reformierte und lutherische Gemeinden (58 ref., 10 luth., 1 ev.*)
4 reformierte und 1 lutherische Klasse
56 Synodale
 

*  Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse West und in der Lutherischen Klasse.

26.11.2018

Gegen den Terror

Juden, Christen, Muslime und Eziden beten in der Erlöserkirche am Markt

Detmold. Vertreter von vier Religionen haben beim ökumenischen Friedensgebet in der Erlöserkirche am Markt ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Terror gesetzt. Barbara Linzbach und Dorothee Schneider von der katholischen Friedensbewegung Pax Christi konnten rund 70 Gäste begrüßen. Sie wiesen darauf hin, dass 2019 weltweit bereits über 80 Anschläge stattfanden. Der Völkermord durch den IS an kurdischen Eziden 2014, jüngste Anschläge auf zwei Moscheen in Christchurch, auf christliche Kirchen in Sri Lanka sowie Burkina Faso und auf eine Synagoge in Kalifornien hätten den Wunsch geweckt, durch gemeinsames Beten und Handeln die friedensstiftende Kraft der Religionen zu verdeutlichen. Mitmenschlichkeit, Respekt gegenüber Anderen und die Suche nach Frieden seien zentrale Botschaften aller Religionen. Terror versuche die Religionen zu instrumentalisieren und gegeneinander auszuspielen.

Von Pflanzen bis Kamelfleisch

„Talk der Religionen“ thematisierte Speisevorschriften und ihre Bedeutung

Kreis Lippe/Herford. Zum zweiten Mal öffnete die Herforder Synagoge zum interreligiösen Gespräch in der Veranstaltungsreihe „Talk der Religionen“ ihre Tore. Prof. Matitjahu Kellig, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, begrüßte die verschiedenen Religionsvertreter, insbesondere auch Josef Kalasch, der als Vertreter des ezidischen Elternvereins Detmold erstmalig in der Runde dabei war.

Mut zu neuen Wegen zahlt sich aus

„Sommerkirche“ von Retzen und Lieme erhält diesjährigen Gemeindepreis

Bad Salzuflen-Retzen. Die Evangelische Gemeindestiftung Lippe hat in der Retzer Kirche den Gemeindepreis verliehen. Gemeinden und Projektgruppen, die mit innovativen Ideen neue Impulse in der kirchlichen Arbeit setzten, wurden von Landessuperintendent Dietmar Arends geehrt.


Jung und Alt

Social Media Gottesdienst in Holzhausen-Externsteine

Horn-Bad Meinberg. Zum Thema „Jung und Alt“ gab es im April einen Social Media Gottesdienst in der ev.-ref. Kirche Holzhausen-Externsteine: Wolfgang Loest, Social Media Pfarrer der Lippischen Landeskirche, sowie ein Team aus Katechumenen, Konfiteamern und einer Prädikantin ermöglichten die Gemeindebeteiligung über soziale Medien direkt in den Gottesdienst.


Religionen überwinden Grenzen und schaffen Zusammenhalt

Kirchen in NRW grüßen zum Beginn des Ramadan 2019

NRW. Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan wenden sich die fünf katholischen (Erz-)Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen auch im Jahr 2019 mit einer gemeinsamen Grußbotschaft an Musliminnen und Muslime. Das diesjährige Grußwort der Kirchen in NRW ruft die Fähigkeit der Religionen ins Bewusstsein, Grenzen zu überwinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stiften.

Menschen für Glaube und Kirche gewinnen

Die Lippische Landeskirche hat laut einer Studie im Jahr 2030 voraussichtlich noch 118.000 Mitglieder – Kirchengemeinden erproben in den kommenden fünf Jahren neue Projekte und Kooperationen

Kreis Lippe. Die Mitgliederzahl der Lippischen Landeskirche wird voraussichtlich von rund 160.000 Gemeindemitgliedern im Jahr 2017 auf etwa 118.000 Gemeindemitglieder im Jahr 2030 zurückgehen. Das ist ein Ergebnis der Freiburger Studie „Projektion 2060“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Bernd Raffelhüschen.

Wechselvolle Geschichte

60 Jahre Brot für die Welt - Ausstellung in Bad Meinberg und Lage im Mai

Kreis Lippe/Bad Meinberg/Lage. Brot für die Welt feiert in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen. Die Hilfsorganisation setzt sich ein für Gerechtigkeit und gegen Hunger, Armut und Elend. Mit der Ausstellung „Plakate und Spendendosen aus 6 Jahrzehnten“ wird die wechselvolle Geschichte von Brot für die Welt lebendig – vom 3. bis zum 12. Mai in Bad Meinberg im Ballhaus im Kurpark (Parkstr. 6) und anschließend vom 14. bis zum 26. Mai in der ev.-ref. Marktkirche in Lage (Lange Str. 70). Die Ausstellung wird getragen von der ev.-ref. Kirchengemeinde Bad Meinberg, der ev.-ref. Kirchengemeinde Lage, Ergotherapie im Kurpark, Brot für die Welt und der Lippischen Landeskirche. ,B

Rechtsruck als europaweites Phänomen

Journalist Daniel Bax sprach in Detmold über den Aufstieg fremdenfeindlicher Parteien

Detmold. Kurz vor der Europawahl haben Deutschland und zahlreiche Nachbarländer mit dem Aufstieg nationalistischer und fremdenfeindlicher Parteien zu kämpfen. Journalist und Autor Daniel Bax sprach im Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche in Detmold über den „Rechtsruck in Europa“, während zur selben Zeit AfD-Europakandidat Jörg Meuthen unter großen Protesten in Lage einen Wahlkampfauftritt hatte.


Tatkräftige Unterstützung für Brot für die Welt

Der TBV Lemgo Lippe ist in diesem Jahr regionaler Brot für die Welt-Botschafter.

Stellvertretend für den TBV hat Isaias Guardiola Ende letzten Jahres den Staffelstab übernommen. Die Lippische Landeskirche unterstützt die Aktion, die in diesem Jahr 60 Jahre alt wird und unter dem Motto „Hunger nach Gerechtigkeit“ steht.

Mit Bach durchs Jahr 2019: eine wunderbare Idee gewinnt Gestalt.

Bachs 334. Geburtstag und sein 269. Todestag liegen im Jahr 2019. Das ist kein wirklich rundes Jubiläum. Doch braucht man das, um die Musik Johann Sebastian Bachs aufzuführen? „Nein“, sagen sich Gemeinden quer durch Lippe und laden unter dem Motto „2019 - mit Bach durchs Jahr“ ein.
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