Die 68er-Bewegung und die Kirche

Veranstaltung in der Reihe Marktplatzgespräche

Die 68er-Bewegung und die Kirche. Dr. Ursula Krey, Ulf Allhof-Cramer und Dieter Bökemeier diskutieren mit dem Publikum (von links)

Kreis Lippe/Detmold. Der Einfluss der 68er-Bewegung auf die Kirche stand im Mittelpunkt des Marktplatzgespräches im Gemeindehaus am Detmolder Markt. Drei Podiumsgäste schilderten unter der Moderation von Bildungsreferentin Monika Korbach und Landespfarrer Dieter Bökemeier (beide Lippische Landeskirche) ihr eigenes Erleben und lenkten den Blick auf heute: Ulf Allhoff-Cramer (Biolandwirt), Dr. Ursula Krey (Historikerin der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel) sowie Rolf-Joachim Krohn-Grimberghe (Pfarrer i. R.). Bernd Wulfmeier untermalte die Veranstaltung mit Protestliedern an der Gitarre und stimmte so auf die Aufbruchstimmung der 68er ein.

Dr. Ursula Krey erlebte die Zeit der 68er als Kind und engagierte sich später als Studentin politisch. Ohne die Kirche hätte es die 68er-Bewegung nicht gegeben, meint sie: „Viele Aktivisten sind als Pastorenkinder im Pfarrhaus sozialisiert worden und die Kirche ist Keimzeile gewesen. Die Kirche musste sich vom nationalprotestantischen Erbe verabschieden und in der politisch-kulturellen Transformation den Bruch mit der Gehorsamstradition vollziehen.“ Bildungsreformen, Liberalisierung des Strafrechts, Psychiatriereform, Heimrevolte, Frauenrechte und feministische Theologie seien vorangetrieben worden und die Kirche habe dabei eine zentrale Bedeutung gehabt. Ihrer Meinung nach sollte Kirche heute jenseits konfessioneller Grenzen Raum für kollektives Ausleben religiöser Grundbedürfnisse bieten, ohne unpolitisch zu werden.      

Ulf Allhoff-Cramer wuchs im katholischen Sauerland auf. Er sei durch seinen älteren Bruder geprägt worden, der früh die Autorität der Eltern in Frage gestellt habe. Allhoff-Cramer engagierte sich in der Umweltbewegung und wurde Ökolandwirt. Die Jugend habe damals die Chancen der Demokratie genutzt und das würde er sich auch heute wünschen. Durch den Klimawandel würden wir die Grundlagen unseres Lebens vernichten. Die 68er-Bewegung habe ihn gelehrt, dass man etwas gegen politische Fehlentscheidungen bewirken könne.

Rolf-Joachim Krohn-Grimberghe begann 1969 sein Theologiestudium in Göttingen zur Zeit der Studentenrevolte gegen Altnazis und Notstandsgesetzte und befreite sich aus einem engen pietistischen Elternhaus. Er lehnte sich auf gegen verkrustete Gesellschaftsstrukturen und ein autoritäres Gottesbild. Die Befreiungstheologie sei damals wichtig geworden. Die Solidarische Kirche, die Bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ und das Engagement auf Kirchentagen seien eine Folge gewesen. Neue Lieder, politische Nachtgebete und Gemeindeprojekte zur Emanzipation hätten das Gesicht der Kirche verändert. Sein Ziel sei es gewesen, Kirche nicht von oben herab, sondern über Konfessionsgrenzen hinweg menschennah und einladend erleben zu können.

01.10.2018

Lippischer Orgelsommer

Vom 14. Juli bis zum 25. August gibt es wieder Konzert und Führung in lippischen Kirchen

Kreis Lippe. Bereits zum 14. Mal laden Lippischer Heimatbund und Lippische Landeskirche zum Lippischen Orgelsommer ein - und damit zu Kirche, Konzert, Kultur, Kommunikation, Kaffee und Kuchen.




Rundgang durch Detmold

Zu den Stätten der Hexenverfolgung

Detmold. Zu einem Rundgang zu den Stätten der Hexenverfolgung sind alle Interessierten am Samstag, 29. Juni, um 16 Uhr eingeladen. Treffpunkt sind die Wasserterrassen vor dem Landesmuseum in der Ameide.

Eindrücke vom Kirchentag in Dortmund

Viele Beteiligte haben den evangelippischen Rastplatz zum Erfolg werden lassen

Es gab viel Musik, Andachten, Workshops, Aktionen, offenes Singen sowie Spezialitäten von Lippequalität und dem Credoweg-Anhänger „wunderbar“. Auf dem Platz von Leeds an der Reinoldikirche haben 120 Mitwirkende aus Lippe ihr vielfältiges Programm präsentiert und bis zu 7.000 Menschen kamen, um auf dem „evangelippischen Rastplatz“ Station zu machen.


Lippe auf dem Kirchentag

Etwa 7.000 Menschen besuchten den „evangelippischen Rastplatz“

Dortmund/Kreis Lippe. Mit viel Musik, Andachten, Workshops, Aktionen, offenem Singen sowie Spezialitäten von Lippequalität und dem Credoweg-Anhänger „wunderbar“ hat sich der Landesausschuss Lippe am Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) vom 19. bis zum 23. Juni in Dortmund beteiligt. Auf dem Platz von Leeds an der Reinoldikirche haben 120 Mitwirkende aus Lippe ihr vielfältiges Programm präsentiert und bis zu 7.000 Menschen kamen, um auf dem „evangelippischen Rastplatz“ Station zu machen.

Pilgern weiter beliebt

„Pilgern in Lippe“ auf dem Kirchentag und dem Deutschen Wandertag dabei

Kreis Lippe. Ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende des Projekts „Pilgern in Lippe“ sind auf dem Kirchentag in Dortmund (19. bis 23. Juni) und auf dem Deutschen Wandertag in Schmallenberg (3. bis 8. Juli) dabei und werben dort für Pilgertouren auf dem lippischen Pilgerweg. Seit die Lippische Landeskirche vor acht Jahren den Weg „Pilgern in Lippe“ eröffnet hat, ist er als spirituelles und touristisches Angebot in der Region nicht mehr wegzudenken.

Puzzlewand mit vielen Wünschen

Aktion zum Tag der offenen Gesellschaft

Detmold. Begegnung und Respekt - am Tag der offenen Gesellschaft hat das Lippische Landesmuseum Detmold gemeinsam mit dem Diakoniereferat der Lippischen Landeskirche bei freiem Eintritt die Möglichkeit geboten, über eine offene Gesellschaft nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Aktionsstand auf der Ameide vor dem Landesmuseum lud dazu ein, eigene Ideen für eine offene Gesellschaft kreativ auf der Puzzlewand zu gestalten. Allmählich füllte sich die Wand mit Wünschen unter anderem nach Freiheit, Toleranz, Respekt und Gerechtigkeit, die Biodiversität in der Natur zu schützen und die Pflege älterer Menschen zu verbessern. In einem Demokratie-Quiz konnten die Besucher außerdem ihre Kenntnisse über demokratische Grundrechte überprüfen.

Lippisches Wahlrecht vereinfacht

Lippische Landessynode hat Neufassung der Wahlordnung beschlossen

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Die Synode der Lippischen Landeskirche hat am Freitag, 14. Juni, auf ihrer Tagung in Bad Meinberg die Neufassung des Kirchengesetzes über die Wahlen zu den Kirchenvorständen beschlossen. Das Wahlrecht ist insbesondere im Bereich der Organisation im Vorfeld der Wahlen in den Kirchengemeinden vereinfacht worden.

Kein Unterschied bei Trauungen

Lippische Landessynode hat Neufassung der Lebensordnung beschlossen

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Die Synode der Lippischen Landeskirche hat am Freitag, 14. Juni, die Neufassung der Lebensordnung beschlossen. Die Lebensordnung ist eine Orientierungshilfe zur Gestaltung des kirchlichen Lebens, zum Beispiel für Gottesdienst, Sakramente und Amtshandlungen.

Diskussion über Bekenntnis und Bekennen

Lippische Landessynode ruft Kirchengemeinden und Klassen zur Beschäftigung mit dem Bekenntnis von Belhar auf

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Die Lippische Landessynode ruft die Kirchengemeinden und Klassen auf, sich aktiv am öffentlichen Diskussionsprozess zur Stellung des Bekenntnisses von Belhar in der Lippischen Landeskirche zu beteiligen. Gleichzeitig gibt die Synode einen Formulierungsvorschlag für einen möglichen Bezug auf das Bekenntnis in der Verfassung der Lippischen Landeskirche in die Diskussion hinein.

Rechtsruck als europaweites Phänomen

Journalist Daniel Bax sprach in Detmold über den Aufstieg fremdenfeindlicher Parteien

Detmold. Kurz vor der Europawahl haben Deutschland und zahlreiche Nachbarländer mit dem Aufstieg nationalistischer und fremdenfeindlicher Parteien zu kämpfen. Journalist und Autor Daniel Bax sprach im Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche in Detmold über den „Rechtsruck in Europa“, während zur selben Zeit AfD-Europakandidat Jörg Meuthen unter großen Protesten in Lage einen Wahlkampfauftritt hatte.


Tatkräftige Unterstützung für Brot für die Welt

Der TBV Lemgo Lippe ist in diesem Jahr regionaler Brot für die Welt-Botschafter.

Stellvertretend für den TBV hat Isaias Guardiola Ende letzten Jahres den Staffelstab übernommen. Die Lippische Landeskirche unterstützt die Aktion, die in diesem Jahr 60 Jahre alt wird und unter dem Motto „Hunger nach Gerechtigkeit“ steht.

Mit Bach durchs Jahr 2019: eine wunderbare Idee gewinnt Gestalt.

Bachs 334. Geburtstag und sein 269. Todestag liegen im Jahr 2019. Das ist kein wirklich rundes Jubiläum. Doch braucht man das, um die Musik Johann Sebastian Bachs aufzuführen? „Nein“, sagen sich Gemeinden quer durch Lippe und laden unter dem Motto „2019 - mit Bach durchs Jahr“ ein.
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