Bewältigung von Traumafolgen

Pastorin und Psychotraumafachberaterin Dr. Katharina Kleine Vennekate unterrichtet ruandische Theologiestudierende in Beratung und Seelsorge

Dr. Katharina Kleine Vennekate mit der Koordinatorin für das Gender, HIV und Counseling Programm des Council of Protestant Churches of Rwanda, Frau Jael Nirere in Kigali

Es sind 24 Jahre her, dass in Ruanda ein grausamer Völkermord tobte. Ruanda hat viel dafür getan, dass die Menschen wieder sicher in ihrem Land leben können. Die Wirtschaft, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser sind wieder aufgebaut worden und das Zusammenleben funktioniert in der Regel gut. Gleichzeitig wird durch Gedenkstätten wie das Genozide Memorial in Kigali die Erinnerung an den Völkermord wach gehalten.
Von außen betrachtet sind die Wunden in Ruanda verheilt, doch innerlich leiden noch viele Menschen an den Folgen des Traumas, den der Völkermord in ihrem Leben verursacht hat.

Viele junge Erwachsene, die als Kinder den Tod ihrer Eltern und Geschwister erlebt haben und in unsicheren Verhältnissen aufgewachsen sind, fragen sich, wie sie vertrauensvolle Partnerschaften eingehen können und für ihre Kinder ein sicheres Zuhause schaffen. Das ist nicht leicht. Denn unter der Fassade des alltäglichen Lebens quälen die Menschen Fragen wie diese: Wie kann man über Gefühle von Angst und Panik sprechen, die immer wieder hochkommen, wenn man bestimmte Bilder sieht oder Geräusche hört? Wie kann man Vertrauen zu anderen Menschen fassen, wenn man erlebt hat, dass die besten Freunde oder Nachbarn den Mördern das Versteck der Familie verraten haben und alle Familienmitglieder getötet worden sind? Wie können die Gefühle der Schuld überwunden werden, wenn man der einzige Überlebende der Familie ist? Sind die Menschen, die Panikattacken bekommen, schreien oder hemmungslos weinen von einem bösen Dämon besessen oder ist dies ein Flashback einer traumatischen Situation?

Mit diesen und vielen anderen Problemen werden die Pastorinnen und Pastoren der ruandischen Kirchen in ihren Gemeinden konfrontiert.

„Es ist keine leichte Aufgabe, Menschen mit Traumafolgen zu beraten und seelsorgerlich zu begleiten“, sagt Pastorin und Psychotraumafachberaterin Dr. Katharina Kleine Vennekate. „Deshalb ist es sehr wichtig, dass angehende Pastoren und Pastorinnen auch in der Beratung von Menschen ausgebildet werden, die unter den Traumafolgen leiden.“ Kleine Vennekate berät als Psychotraumafachberaterin in der Lippischen Landeskirche seit zwei Jahren geflüchtete Menschen mit Traumaerfahrungen. In diesem Jahr war sie für fünf Wochen im Auftrag der VEM in Ruanda und unterrichtete Theologiestudierende an der Protestant University of Ruanda in Butare/Huye im Fach Seelsorge und Traumaberatung.

„Mir hat die Zeit in Ruanda sehr gefallen. Die Studierenden waren sehr offen für die Unterrichtsinhalte. Gerne haben sie die Beratungstechniken unter sich ausprobiert, eingeübt und dann reflektiert. Das war für alle Seiten spannendes Neuland. Für die Studierenden und auch für mich, da ich nicht einschätzen konnte, ob und wie die in der westlichen Kultur entwickelten Beratungsformen im Kontext eines afrikanischen Landes hilfreich sind. Auch beeindruckt es mich sehr, wie die Spiritualität in den Gemeinden eine wichtige Ressource ist, um Traumata zu überwinden. Diese Ressource gilt es zu stärken.“

Dr. Katharina Kleine Vennekate suchte auch Kontakt zu Organisationen, die bereits Beratungen für traumatisierte Menschen in Ruanda anbieten. So besuchte sie die Koordinatorin für das Gender, HIV und Counseling Programm des Council of Protestant Churches of Rwanda, Jael Nirere in Kigali, die die Schulung von Beratern und die  Beratung von traumatisierten Menschen in den Kirchen koordiniert und durchführt. In Butare lernte Kleine Vennekate das Frauenprojekt Family Circle Love Lab Organization kennen, das sich für die Unterstützung und Beratung von Frauen mit Gewalterfahrungen einsetzt. Die Leiterin, Frau Dative Nakabonye, arbeitet unter anderem in ihrem Projekt  mit den Methoden der Traumaberatung und zeigte bei ihrem Vortrag im theologischen Seminar eindrucksvoll, wie die Methoden der Traumaberatung/ -begleitung in Ruanda den angehenden Pastoren und Pastorinnen in ihrer Seelsorge helfen können.

08.08.2018

Viele Töne gegen den Hass

Großes Konzert am 19. Januar in der Christuskirche Detmold

Kreis Lippe/Detmold. Ein deutlich hörbares Zeichen wollen Musiker und andere Akteure am Samstag, 19. Januar, in Detmold setzen: Unter dem Motto „Viele Töne gegen den Hass“ gibt es in der Christuskirche (Kaiser-Wilhelm-Platz) ab 19 Uhr ein großes „musikalisch-politisches Manifest“ für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft und für Solidarität mit Geflüchteten.

Das Vermächtnis von Karla Raveh

Gottesdienst am 27. Januar in der Heilig-Geist-Kirche in Lemgo

Kreis Lippe/Lemgo. Zu einem besonderen Gottesdienst aus Anlass des internationalen Holocaust-Gedenktages laden die katholische Heilig-Geist-Gemeinde und die Karla-Raveh-Gesamtschule gemeinsam mit dem Schulreferat der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 27. Januar, um 11 Uhr in die Heilig-Geist-Kirche in Lemgo ein.

Gemeindepreis 2019

Kirchengemeinden können bis Freitag, 8. Februar, Vorschläge einreichen

Kreis Lippe. Die Evangelische Gemeindestiftung Lippe sucht innovative Gemeindeprojekte für den Gemeindepreis 2019. Kirchengemeinden sind eingeladen, Projekte oder Gruppen zu benennen, die einen anregenden und richtungsweisenden Impuls für die Arbeit vor Ort geben – sei es in der Gestaltung von Gottesdiensten, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Kirchenmusik, der Frauenarbeit oder auch im Besuchsdienst. Die Gemeindestiftung Lippe wird drei Preise verleihen. Sie sind mit 1.000 Euro, 750 Euro und 500 Euro dotiert. Das Preisgeld soll der weiteren Arbeit der Gemeinde zugutekommen.

100 Jahre Bauhaus – Auf den Spuren der Moderne

Bildungsreise zu den historischen Bauhaus-Wirkstätten in Weimar und Dessau

Kreis Lippe. In diesem Jahr wird das Bauhaus 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass lädt das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche von Freitag, 12. bis Montag, 15. April, zu einer Studienfahrt nach Weimar und Dessau ein.

Kirchentag in Dortmund

Gemeinsame Fahrt von Lippe aus

Kreis Lippe. Die Region Westfalen-Lippe erwartet in diesem Jahr ein Großereignis mit mehr als 100.000 Besuchern: Dortmund ist von Mittwoch, 19. bis Sonntag, 23. Juni, gastgebende Stadt des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT). Der Landesausschuss Lippe des DEKT bietet eine gemeinsame Fahrt mit Bussen dorthin an. Angesprochen sind Jugendliche ab 16 Jahren, Erwachsene und Familien. Auch Gruppen aus allen Kirchengemeinden Lippes können sich dieser Fahrt gerne anschließen. Für Jugendliche ab 14 Jahren fährt ein Betreuerteam mit.

Eltern und Kinder begleiten

Evangelische Familienbildung sucht Kursleiterinnen – die nächste Schulung startet Ende Januar

Kreis Lippe/Detmold. „Gemeinsam durch das erste Lebensjahr“ und „Schritte ins Leben“ sind Angebote der Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche für Mütter und Väter mit Babys und kleinen Kindern. Hierfür werden wieder Kursleiterinnen gesucht – so wie Kathrin Ahle, die zwei Gruppen begleitet. Die 38-jährige Mutter von zwei Söhnen ist derzeit in Elternzeit: „Ich habe selbst mit meinem heute vierjährigen Sohn an solch einer Gruppe teilgenommen. Der Austausch mit den anderen Eltern hat mir gut getan und die Tipps und Ratschläge, die ich dort für die Entwicklung meines Kindes bekommen habe, waren hilfreich.“

Mit Bach durchs Jahr 2019: eine wunderbare Idee gewinnt Gestalt.

Bachs 334. Geburtstag und sein 269. Todestag liegen im Jahr 2019. Das ist kein wirklich rundes Jubiläum. Doch braucht man das, um die Musik Johann Sebastian Bachs aufzuführen? „Nein“, sagen sich Gemeinden quer durch Lippe und laden unter dem Motto „2019 - mit Bach durchs Jahr“ ein.
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