Folgen der Pandemie

Marktplatzgespräch thematisierte Erfahrungen aus Kirche, Kultur und Bildung

Im Gespräch auf dem Podium. Mit Dagmar Begemann, Sabine Kuhfuss, Dr. Sabrina Sommer, Dieter Bökemeier und Monika Korbach (von links).

Kreis Lippe/Detmold. Psychologische, berufliche und soziale Folgen der Pandemie und der damit verbundenen notwendigen Schutzmaßnahmen kamen zur Sprache beim Marktplatzgespräch im Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost, das von Bildungsreferentin Monika Korbach und Landespfarrer Dieter Bökemeier (beide Lippische Landeskirche) moderiert wurde.
Für den kirchlichen Bereich berichtete Dagmar Begemann (Projektleiterin der Erprobungsräume der Lippischen Landeskirche), dass in der Entwicklung der 13 Erprobungsräume, in denen neue Formen der Gemeindearbeit ausprobiert werden, sich einiges verzögert habe. Ein Projekt, „Singen mit Kindern“, konnte gar nicht starten. Auf der anderen Seite habe die digitale Qualität einiger Projekte zugenommen. So habe sich der Erprobungsraum „Kirche.plus“ mit seinen digitalen Angeboten im Lockdown bewährt. Um die Erprobungsräume gut auswerten zu können, sollten sie über den angelegten Zeitrahmen von fünf Jahren hinaus verlängert werden.

Sabine Kuhfuss, künstlerische Leiterin des Kulturteams Detmold, erinnerte sich, wie das bereits komplett vorbereitete Straßentheaterfestival 2020 abgesagt und abgewickelt werden musste. Dabei sei man möglichst sozialverträglich vorgegangen, damit Künstler, die ohnehin in einer prekären Situation leben, nicht ganz leer ausgingen. Seit August dieses Jahres sei das Kulturleben neu angelaufen. Die Interaktion zwischen Publikum und Künstler müsse wieder trainiert werden. „Kunst im öffentlichen Raum verträgt sich nicht mit Absperrungen und Zugangskontrollen. Das Erleben analoger Kultur ist digital nicht zu ersetzten. Die Menschen sehnen sich wieder nach lebendigen Kulturerlebnissen mit persönlichen Begegnungen.“

Dr. Sabrina Sommer, Psychologin an der Universität Paderborn, bildet zukünftige Lehrer im Bereich der Diagnostik aus. Die Anforderungen des Distanzunterrichts seien für die Studierenden groß gewesen. „Eine Studie bestätigt, dass viele Studierende während des Lockdowns zurück ins Elternhaus gezogen sind, um Kosten zu sparen. Einsamkeit, Stress und Angst vor Überforderungen haben zugenommen.“ Auf den Präsenzunterricht könne nicht dauerhaft verzichtet werden. Bewährt habe sich die Mischung aus digitalem Unterricht und Präsenzunterricht. Dies werde zukünftig ausgebaut. Individuell sei deutlich geworden, wie wichtig im Lockdown eine Tagesstruktur war, die eine Balance zwischen Arbeit bzw. Beruf und persönlichen Auszeit, etwa in einem Waldspaziergang beinhaltete. Die Kontaktpflege zu Mitmenschen, Wertschätzung von Kleinigkeiten und Strukturierung des Alltags helfe, die Balance zu finden. 

Zum Abschluss des Abends verabschiedete Dieter Bökemeier seine Co-Moderatorin Monika Korbach in den Ruhestand und dankte für ihre jahrelange Mitarbeit bei den 29 Marktplatzgesprächen.

Die Veranstaltung wurde vom Saxofonquartett AbraxSax musikalisch untermalt. Der Eine-Welt-Laden Alavanyo bot faire Erfrischungen an.

    

11.11.2021

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