Gott ruft Menschen zum Aufbruch

Jahresfest der Ev. Frauen in Lippe im Kurtheater Bad Meinberg

Dank an alle. Monika Korbach bedankt sich für die schöne Zusammenarbeit.

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Zu einem bunten, fröhlichen Fest des Wiedersehens nach der Corona-Pause im vorigen Jahr, zum Jahresfest der Evangelischen Frauen in Lippe (EfiL), konnte Anette Stadermann jetzt 200 Gäste im Kurtheater Bad Meinberg begrüßen.



Brigitte Fenner, Pfarrerin für Frauenarbeit der Lippischen Landeskirche, hielt die Andacht. Das Motto des Nachmittags „Der Mensch plant seinen Weg, aber Gott lenkt seine Schritte.“ (Sprüche 16,9) irritiere viele, so Brigitte Fenner, da es schwerfalle, das Heft aus der Hand zu geben und Gott zu vertrauen. Wer Gott als allmächtigen Lenker verstehe, müsse sich jedoch fragen, ob man ihm nicht auch Misserfolge zuschreiben müsse. Nach dem Alttestamentler Frank Crüsemann deuteten biblische Erzählungen Katastrophen als Folge menschlichen Fehlverhaltens. Die Umkehr werde dann als Heil beschrieben. „Gott lenkt, indem er zur Umkehr ruft und befreit.“ Gott mache nicht alles selbst von oben herab, sondern rufe Menschen zum Aufbruch, begleite sie durch die Wüste auf dem Weg in die Freiheit. Gehen müsse man aber selbst.

Ein Publikumsspiel bezog die Gäste mit in das Programm ein. Dorothee Brand und Vera Kunas wagten beim Tanzen neue Wege und zeigten, wie man die richtigen Schritte beim Tango setzt.

Monika Korbach moderierte eine Talkrunde zur Fragestellung, was Frauen geplant und welche Ziele sie erreicht haben. Das Frauenbild changiere oft zwischen den Vorurteilen Karrierefrau oder Heimchen am Herd, brachte Ute Krause, Schulleiterin der Grundschule Augustdorf, zur Sprache. Fragen der Beratung zum Lebensweg von Menschen thematisierte Sabine Plaschke vom Quellhaus Bad Salzuflen und Susanne Koch-Hennig berichtete von der Erfahrung, mit Sterbenden im Hospiz zu arbeiten. Angesichts des Todes könne man keine großen Pläne mehr schmieden. Jeder Moment zähle. „Wir versuchen, jeden Tag so angenehm wie möglich für Sterbende zu gestalten.“

Monika Korbach, Bildungsreferentin der Lippischen Landeskirche, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Brigitte Fenner dankte ihr für die langjährige Mitarbeit in der Frauenarbeit: „Deine Arbeit hat uns inspiriert. Du warst Deiner Zeit oft einen Schritt voraus und hast dir einen außerkirchlichen Blick erhalten, der dich anschlussfähig gemacht hat.“ Ein Rückblick am „Laufenden Band“ würdigte ihr vielfältiges Engagement. Pilgern, pädagogische Kirchenführungen, Rundbriefe, Arbeitshilfen für Ehrenamtliche, Vernetzung mit Gleichstellungsbeauftragten, Kooperationen mit Frauen aus anderen Kontexten und vieles mehr habe sie initiiert. Monika Korbach bedankte sich: „In der schönen Zusammenarbeit mit euch allen durfte ich zu der werden, die ich heute bin.“  

Musikalisch umrahmt wurde das Fest von Mezzosopranistin Svenja Rissiek und Pianistin Sieun Park. Die Kollekte des Nachmittags in Höhe von 1440,80 Euro geht an die Herforder Frauenberatungsstelle Nadeschda. 

11.10.2021

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