„Ich habe meinen Beruf sehr geliebt“

Kirchenrat i.R. Klaus Wesner wurde vor mehr als 50 Jahren ordiniert

50-jähriges Ordinationsjubiläum: Tobias Treseler überbrachte Klaus Wesner (links) die Grüße der Kirchenleitung.

Kreis Lippe. Auf 50 Jahre Ordination kann Kirchenrat i.R. Klaus Wesner zurückblicken. Für ihn sei immer klar gewesen, dass er „Pastor werden“ wollte. Ein Mitgrund für diese Berufswahl sei aus dem Hochmut des Heranwachsenden entstanden, es in der Kirche besser machen zu wollen: „Von diesem doch sehr schlichten Hochmut ist im Laufe einiger Jahrzehnte in diesem schönen Amt nichts, aber auch gar nichts, geblieben. Heute liegt es mir näher, um Nachsicht zu bitten, für all das, was bei all dem Schönen und Beflügelnden, das ich mit anderen erlebt habe, leider auch misslungen ist.“

Das Studium führte Klaus Wesner nach Bethel, Berlin, Heidelberg und Münster. Die Ordination im November 1970 in Bergkirchen sei für ihn ein zentrales Ereignis gewesen, denn von Natur aus eher schüchtern, habe ihm diese verdeutlicht: „Du bist zu Predigt und Leitung beauftragt. Aus diesem Grund habe ich ohne Scheu versucht, das zu tun „was meines Amtes“ war. Ich habe meinen Beruf sehr geliebt!“ Als Pfarrer in Bergkirchen und später dann als Kirchenrat der Lippischen Landeskirche war es Klaus Wesner immer wichtig, die Folgen des Glaubens für die eigene Existenz in den Blick zu nehmen: „Es gab und gibt ja immer wieder die Annahme, an Gott zu glauben, schränke die persönliche Freiheit und Entfaltung ein. Für mein Verständnis gehen die Aussagen der Bibel und die Überzeugungen des Glaubens einen anderen Weg: in vielen Geschichten, Bildern oder Liedern wird die mal innige, mal gescheiterte Beziehung zwischen Gott und Mensch erzählt.“ Es gehe also nicht um Unterwerfung: „Es geht um den Impuls, auf die ausgestreckte Hand Gottes zu reagieren, sich auf seine angebotene Freundschaft mit Ernst und Vertrauen einzulassen.“ Wer das versuche, werde nach Martin Luther „fröhlich und lustig um Christi willen“. Genau diesem Impuls sei Klaus Wesner immer gefolgt, meint Kirchenrat Tobias Treseler, der die Grüße der Kirchenleitung überbrachte: „Die Lippische Landeskirche ist Kirchenrat i.R. Wesner dankbar für die Anregungen, die er besonders in kirchenleitender Verantwortung gegeben hat. Er erkannte die Zeichen der Zeit und setzte sich beharrlich und erfolgreich etwa für Bildungsarbeit und kirchliche Öffentlichkeitsarbeit ein. Von den Auswirkungen profitiert unsere Kirche bis heute. Als Person steht Wesner für ein freiheitliches Glaubensverständnis, das erkennbar in einer lebensnahen lutherischen Theologie verankert ist.“

Nach seiner Pensionierung nahm Wesner Auslandspfarrstellen wahr, zum Beispiel in Bangkok oder auf Malta, war Pfarrer im Augustinum in Detmold-Hiddesen, bot Führungen im LWL-Freilichtmuseum Detmold an: „Ich habe schlicht Lust am Tun. Es macht mir Freude, dies und das zu überlegen und dann das Vorgestellte in diese oder jene konkrete Tat umzusetzen.“  Heute lebt der 79-jährige in Oerlinghausen. „Ich verfolge keine spektakulären Aktivitäten. Ich sitze und lese mehrere Stunden am Tag mit Freude und Gewinn. Und immer wieder locken Gespräche mit Freunden und – wenn es möglich ist – Reisen an vertraute wie fremde Orte. Also in die Provence genauso wie in die Toscana, ins Allgäu und nach Langeoog genauso wie in den Teuto.“

19.04.2021

Die Lippische Landessynode tagt digital

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Kreis Lippe/Detmold. Die 5. Tagung der 37. ordentlichen Landessynode der Lippischen Landeskirche beginnt am Freitag, 11. Juni, um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Nicolai Lemgo. Die Tagung findet am Samstag, 12. Juni, digital statt. Schwerpunktthema ist: "Alltagschristentum".
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