Nicht die Menschen in den Flüchtlingslagern der Ägäis vergessen

Lippische Landeskirche fordert Aufnahme von Kindern und Evakuierung der Flüchtlingslager

Kreis Lippe. Die Lippische Landeskirche erinnert gerade zu Ostern auch an die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den Inseln der griechischen Ägäis. Landessuperintendent Dietmar Arends stellt sich ausdrücklich hinter die Forderung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, in Deutschland jetzt kurzfristig die lange zugesagte anteilige Aufnahme von insgesamt 1500 Kindern durchzuführen.
Dietmar Arends: „Angesichts der Bedrohung durch das COVID-19-Virus ist es richtig, dass wir jetzt alles tun, um die Menschen in unserem Umfeld, in Deutschland und in Europa zu schützen und wirtschaftliche Existenzen zu sichern. Darüber dürfen wir aber nicht die vielen bedrohten Menschen in den Flüchtlingslagern der Ägäis vergessen. Die geplante, aber noch immer nicht erfolgte Aufnahme von einigen hundert Kindern kann nur ein allererster Schritt sein. Die Zustände in Moria und anderen Lagern waren schon bisher unhaltbar und eines Europas gänzlich unwürdig, das sich auf die Einhaltung von grundlegenden Menschenrechten verpflichtet hat. Jetzt aber droht durch die Ausbreitung des COVID-19-Virus weiteres schreckliches Leid unter den Menschen in Flüchtlingslagern, die auf engstem Raum unter hygienisch katastrophalen Verhältnissen leben. Wir fordern daher eine sofortige Evakuierung der entsprechenden Lager. Um Griechenland zu entlasten, müssen die Menschen dezentral auf verschiedene europäische Staaten verteilt werden. Wenn eine gerechte Verteilung auf alle EU-Staaten nicht gelingt, dann muss Deutschland kurzfristig zusammen mit einigen anderen Staaten in dieser humanitären Notlage vorangehen. Dass dies innenpolitisch zu vermitteln ist, zeigt die Bereitschaft von Städten und Kommunen auch in Lippe, freiwillig mehr Menschen aus diesen Lagern oder aus Seenot aufzunehmen. Auch wir als Lippische Landeskirche erklären unsere Bereitschaft, an dieser Stelle nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen.“

 

 

08.04.2020

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