Reiches armes Land

Angola-Reise von Brot für die Welt mit lippischer Beteiligung

Überschüsse bei der Ernte ermöglichen auch eine bessere Schulbildung. Das Foto zeigt die Kinder einer Schule in Angola.

Kreis Lippe. Angola ist ein reiches armes Land. Davon konnten sich 12 Brot für die Welt Referent/innen der Landeskirchen in Deutschland bei einer von der Hilfsorganisation durchgeführten Projektreise in das südwest-afrikanische Land im September 2019 ein Bild machen. Unter ihnen war auch Sabine Hartmann, Brot für die Welt-Bildungsreferentin in der Lippischen Landeskirche.

Die großen Ölvorkommen des Landes haben eine winzige Elite sehr reich gemacht. Die große Mehrheit der Menschen ist hingegen extrem arm, vor allem in ländlichen Gebieten. Brot für die Welt unterstützt die Menschen. Lokale zivilgesellschaftliche Organisationen analysieren die Situation vor Ort und sprechen mit den Menschen ihre Bedarfe ab. Dann werden gemeinsam Projekte bei Brot für die Welt beantragt und nach der Bewilligung miteinander umgesetzt.

In der südwestlichen Provinz Huila erlebte die Reisegruppe dieses Umsetzen direkt und hautnah. Hier ist die Organisation ADRA aktiv. Sie hilft dabei, zunächst einmal die für die ländliche Entwicklung in Angola wichtige Sicherung der Landrechte für die Bevölkerung zu erwirken. Wenn behördlich geklärt ist, dass das Land ihnen gehört, ist eine nachhaltige, auf die Zukunft ausgerichtete kleinbäuerliche Landwirtschaft möglich. Vornehmlich werden Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Kohl, Mais, Maniok und Süßkartoffeln angebaut. Diese Feldfrüchte gedeihen auch trotz der immensen Folgen des Klimawandels in diesem Teil Angolas (starke Hitzewellen, zu wenig Niederschläge). Ein guter Teil der Produkte stillt den eigenen Bedarf der Bevölkerung. Aber mit Hilfe optimierter Anbaumethoden, die die Agronomen von ADRA mit der lokalen Bevölkerung ausprobieren, werden mehr und mehr Überschüsse erzielt, die dann auf Märkten verkauft werden und in dörfliche Entwicklung wie Ausbau von Schulgebäuden und Schulspeisungen einfließen.

„Der Wille der ländlichen Bevölkerung Angolas, ihre Ernährung aus eigenen Möglichkeiten heraus zu sichern und ihr Umfeld zu verändern und zu entwickeln, ist höchst eindrucksvoll“, so Sabine Hartmann: „Brot für die Welt leistet dabei gemeinsam mit ADRA eine hochkompetente Unterstützungsarbeit. Spendengelder werden hier äußerst sinnvoll eingesetzt.“

Das alles bleibt auch dem angolanischen Staat nicht verborgen. Seit einiger Zeit sucht die regierende MPLA-Partei den Kontakt zu zivilgesellschaftlichen Organisationen. Bildung und ländliche Entwicklung werden stärker priorisiert - nicht zuletzt, weil der Öl-Boom stagniert. So war die Brot für die Welt-Delegation gemeinsam mit Vertreter/innen von ADRA auch mehrfach während ihrer Reise bei hochrangigen Politiker/innen im Land zu Gesprächen geladen.

Wer die Arbeit von Brot für die Welt unterstützen möchte, kann spenden bei der Bank für Kirche und Diakonie, IBAN: DE10 100610060500 500500, BIC: GENODED1KDB. Weitere Infos: www.brot-fuer-die-welt.de

21.10.2019

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