Hoffnungspunkte

Beim Mahl mit 100 Frauen ging es um Bienen, Umgang mit Schicksalsschlägen und ehrenamtliches Engagement

Frauenmahl: Stimmungsvolles Ambiente im Weißen Ross.

Kreis Lippe/Detmold. Zum Frauenmahl der Evangelischen Frauen in Lippe (EFiL) im Weißen Ross im LWL-Freilichtmuseum trafen sich Ende Juni rund 100 Frauen. Für gute Stimmung sorgten das schöne Wetter und das stimmungsvolle Ambiente in der alten Fachwerk-Deele. Besonderen Eindruck hinterließen jedoch die drei Impulsreferate, die ganz verschiedene Hoffnungspunkte setzten.

Passend zum Salat mit Honig-Vinaigrette berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Kreisimkervereins Lippe, Heino Rinne, über die Entstehung des Bienenzentrums im Freilichtmuseum und die Notwendigkeit, sich für den Erhalt der Bienen und ihrer Lebensräume einzusetzen. Fachkundig und engagiert berichtete er über den Rückgang der Insekten um 75% in den letzten dreißig Jahren und vom Nutzen der Bienen für die Ernteerträge bei Obst und Gemüse. Nebenbei wurde deutlich, dass die Imkerei längst keine Männerdomäne mehr ist, sondern in den letzten Jahren viele Imkerinnen dieses Hobby für sich entdeckt haben.

Sozusagen zum Hauptgang berichtete die ehemalige Vorsitzende der Lippischen Landfrauen, Ute Grell, wie sie ihr Leben nach einem Unfall, der eine Querschnittslähmung zur Folge hatte, ganz neu wiederaufnimmt. Ihre Einsichten sind dabei wesentlich für alle Frauen: „Sagen, was ich brauche. Auf Augenhöhe leben, immer noch etwas geben und nicht nur um sich selber kreisen…“. Ihrer bewegenden Rede folgten angeregte Gespräche an den Tischen.

Zum Dessert wurde dann Valentina Pllana über ihr Leben interviewt. Vor genau 23 Jahren war sie aus Weißrussland nach Deutschland eingewandert. Nun engagiert sie sich in einer Lemgoer Kleiderkammer für Bedürftige aus Deutschland und aller Herren Länder. „Ich bin für alle da“, sagt sie fröhlich. Alle Berichte machten Mut, sich zu engagieren und nie den Mut aufzugeben. Musikalisch wurde der Abend von Dörte Vollmer begleitet. Pfarrerin Brigitte Fenner und Monika Korbach führten durch das Programm.

Zum Hintergrund: Beim Frauenmahl treffen Frauen sich zu einem festlichen Essen. Das Format gründet auf den Tischreden Martin Luthers. Ziel des Abends ist der Austausch zur Zukunft von Religion und Kirche. Zwischen den Gängen des Menüs inspirieren kurze, engagierte Tischreden das Gespräch. Die prominenten Rednerinnen kommen aus den christlichen Kirchen, anderen religiösen Gemeinschaften, aus Politik, Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft, Journalismus.

04.07.2019

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