Mut zu neuen Wegen zahlt sich aus

„Sommerkirche“ von Retzen und Lieme erhält diesjährigen Gemeindepreis

Innovative Ideen: Landessuperintendent Dietmar Arends (links) und Gemeindestiftungsvorstand Hermann Donay (Dritter von links) mit den Verantwortlichen der prämierten Projekte.

Bad Salzuflen-Retzen. Die Evangelische Gemeindestiftung Lippe hat in der Retzer Kirche den Gemeindepreis verliehen. Gemeinden und Projektgruppen, die mit innovativen Ideen neue Impulse in der kirchlichen Arbeit setzten, wurden von Landessuperintendent Dietmar Arends geehrt.


Der mit 1.000 Euro dotierte Gemeindepreis ging nach Retzen: Hier hatte Pfarrerin Claudia Schreiber die Idee zu einem alternativen Gottesdienstformat „Sommerkirche“ unter freiem Himmel. Das stieß im Kirchenvorstand auf Zustimmung und auch die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Lieme ließ sich dafür begeistern. Beide Gemeinden gingen geografisch aufeinander zu und trafen sich bei der Wahl des Gottesdienstortes auf halber Strecke in Rhiene. Im Strandcafé „A'RhieBa“ wurde 2018 an den Sonntagen der Sommerferien gemeinsam Gottesdienst gefeiert – bei traumhaftem Wetter und jeweils mit 50 bis 100 Besuchern. Landessuperintendent Dietmar Arends. „Durch das Miteinander dieser Gemeinden über Klassengrenzen hinweg ist Vertrauen entstanden und dafür sind sie im vergangenen Sommer reich beschenkt worden.“

Eine Fotoausstellung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Detmold wurde von der Jury mit dem zweiten Preis und 750 Euro ausgezeichnet. Nachdem in den Vorjahren externe Künstler ihre Werke in der Martin-Luther-Kirche ausgestellt hatten, wollten Pfarrerin Christa Willwacher-Bahr und der ehrenamtliche Verantwortliche Rainer Worms die Gemeindemitglieder mit dem Fotowettbewerb „Menschen und Motive“ nicht nur als Besucher, sondern als aktive Teilnehmer einbinden. „Es ging uns nicht um künstlerisch anspruchsvolle Arbeiten, sondern darum, wie die Menschen ihre Welt sehen“, erklärte Worms. Aus einer Flut an eingereichten Bildern wurden 49 Impressionen ausgewählt. Dietmar Arends und der Jury gefiel dabei insbesondere auch die Gesamtkonzeption: beispielsweise wurden die Bilder nicht nur für einen begrenzten Zeitraum in der Kirche ausgestellt, sondern haben nun ihren Platz in den Räumen des Gemeindezentrums gefunden.

Neue Wege in der Konfirmandenarbeit beschreitet die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Talle. Ihr Ansatz ist Dietmar Arends zufolge „verblüffend einfach und wirksam“: Anstelle des Systems der „ungemütlichen Anwesenheitskontrollen“ werden Katechumenen und Konfirmanden unter dem Motto „Konfirmanden erkunden Gottesdienst, Konfirmanden feiern Gottesdienst“ jeweils einmal im Monat aktiv in die Gestaltung des Gottesdienstes mit einbezogen. „Auch die Eltern nehmen den Gottesdienst interessanter wahr und setzen die Kinder nicht mehr länger nur vor der Kirche ab“, freute sich Pfarrer Thorsten Rosenau – dafür gab es den dritten Preis und 500 Euro.

Zusätzlich wurden zwei Sonderpreise zu je 1.000 und 500 Euro vergeben: Ein Arbeitskreis in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Varenholz wurde für seine Veröffentlichungen zur Heimatgeschichte der Weserdörfer Erder, Varenholz und Stemmen, die eng mit der Historie der Kirchengemeinde verbunden ist, und die Pflege eines Dorfarchivs ausgezeichnet. Prämiert wurde auch das „Projekt Pöstenhof“: Hier besuchen Schüler der Ostschule Eben-Ezer, einer Grundschule mit inklusivem Unterrichtsangebot, vier Mal im Jahr die Senioren in der Tagespflege Pöstenhof in Lemgo, um sich mit ihnen zu unterhalten, zu singen und Gedichte vorzutragen.

„Alle prämierten Projekte fördern in besonderer Weise die Gemeindearbeit“, erklärte Pfarrer Hermann Donay, Vorsitzender des Vorstands der Evangelischen Gemeindestiftung Lippe. „Damit geben sie neue Impulse, die auch von anderen Kirchengemeinden übernommen werden können.“

09.05.2019

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