Frei für die Zukunft

„Frei für die Zukunft – Evangelische Kirchen in Europa“ unter diesem Thema stand die 7. Vollversammlung der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, Leuenberger Kirchengemeinschaft“ (GEKE) vom 20. – 26. September 2012

Seit Beginn der GEKE 1973 haben sich ihr etwa hundert evangelische Kirchen angeschlossen. Lutherische Kirchen aus Skandinavien, reformierte und lutherische Kirchen aus Ost- und Westeuropa, sowie methodistische Kirchen aus dem europäischen Raum haben zum Ziel, die Einheit der Kirchen zu fördern, indem sie ihre Kirchengemeinschaft erklärt haben.

Die Lippische Landeskirche war 1973 die erste Kirche, die die Leuenberger Konkordie unterzeichnet hat. Den Namen verdankt diese Verpflichtung zu Abendmahl- und Kanzelgemeinschaft ihrem Entstehungsort, Leuenberg bei Basel.
Die 7. Vollversammlung fand vom 20. – 26. September 2012 in Florenz statt. Gemeinsam eingeladen hatte die Evangelische Waldenserkirche – Union der Waldenser, Methodisten und die Evangelisch-Lutherische Kirche Italiens.
Zu den Aufgaben der Vollversammlung gehörte, den Rechenschaftsbericht des Generalsekretärs Michael Bünker zu hören und anzunehmen.
Neben der gelebten Kirchengemeinschaft legt die GEKE einen Schwerpunkt auf das theologische Arbeiten und die gegenseitige Unterstützung der Mitgliedskirchen auf ihrem jeweils sehr unterschiedlichen Weg in die Zukunft.
Themen, die debattiert wurden, damit die Kirchengemeinschaft gelingen kann, sind unter anderem das Verständnis von Schrift, Bekenntnis und Kirche. Weiterhin wurde eine Studie zum Thema „Tretet ein für Gerechtigkeit“ verabschiedet.
Neben diesen grundlegenden Themen beschäftigte sich die Vollversammlung in Florenz auch mit aktuellen Herausforderungen. Aus Syrien war die Generalsekretärin der Gemeinschaft evangelischer Kirchen im Namen Osten (FMEEC), Rosangela Jarjour zu Gast. Sie berichtete von der sich dramatisch zuspitzenden Situation für Christen im Nahen Osten. Die Vollversammlung nahm dies zum Anlass, eine „Erklärung zur Situation von Christen und Christinnen im Nahen Osten“ zu verabschieden.
Da die Tagung in Florenz stattfand, war die bekannte Filmemacherin und Autorin Christina Comencini eingeladen, um die Vollversammlung auf die besonderen Herausforderungen der italienischen Gesellschaft aufmerksam zu machen. Sie richtete den Blick der Teilnehmenden auf eine italienische Kampagne, die sich für die Würde der Frauen einsetzt. Diese Kampagne mobilisierte im vergangenen Jahr 1.5 Millionen Menschen, um gegen die unwürdige Vermarktung von Frauen in der Werbung zu protestieren. Comencini kam zu dem Ergebnis, dass Freiheit weder in Kirche, noch Gesellschaft möglich ist, solange Frauen und Männer nicht gleichberechtigt sind.
Zur Arbeit der Vollversammlung in Florenz gehörten auch die turnusmäßigen Wahlen des Rates der GEKE und des dreiköpfigen Präsidiums.
Das dreiköpfige Präsidium besteht aus Gottfried Locher, Klára Tarr Cselovszky und Friedrich Weber. Zum Geschäftsführenden Präsidenten wurde Friedrich Weber bestellt.
Als Generalsekretär der GEKE wurde Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, vom neuen Präsidium weiterbestellt. Bünker hat diese Funktion seit 2007 inne. Sitz der Geschäftsstelle der GEKE bleibt Wien.
Mehr Informationen zur GEKE und zur Vollversammlung unter www.leuenberg.net
 

 

10.10.2012

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