Die Tür steht offen
Kirche zu Bergkirchen wiedereröffnet
„Porta patet, cor magis – Die Tür steht offen, das Herz noch viel mehr“ lautete das Motto des Festgottesdienstes, den Chor, Posaunenchor und Orgel musikalisch umrahmten. In ihrer Predigt stellte Pfarrerin Cornelia Wentz das Erntedankfest unter die drei Begriffe Schauen, Staunen und Danken. Es gelte wieder mit den Augen von Kindern auf die Welt zu blicken und ihre Schönheit neu zu entdecken. Es gehe nicht um eine romantische Verklärung der Natur. Vielmehr schenke die Schöpfung dem Menschen alles, was er zum Leben brauche: ein Zuhause, Nahrung, Kleidung, Wasser und Luft zum Atmen.
Den Menschen, die dafür sorgen, dass diese Gaben zur Verfügung stehen, gelte Dank. Landwirte, Waldbauern und Obstplantagenbesitzer leisteten täglich ihren Beitrag zur Versorgung der Gesellschaft und verdienten Wertschätzung.
Die rund 176 Jahre alte Kirche präsentiert sich nach der Sanierung innen wie außen in neuem Glanz. Eine moderne Luftwärmepumpe beheizt nun Kirche und Gemeindehaus. Ein zusätzlicher Ausgang verbessert die Sicherheit, eine neue LED-Beleuchtung sorgt für mehr Helligkeit und eine transparentere Akustik kommt insbesondere den Gottesdiensten und Konzerten zugute.
Wie eng Glaube und Kultur hier miteinander verbunden sind, hob Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge (CDU) in ihrem Grußwort hervor. „Hier verbindet sich gelebter Glaube untrennbar mit Kultur“, sagte sie. Die einzigartige Holzarchitektur verleihe dem Raum eine warme Akustik, die Menschen von
weit her anziehe.
Dass die Sanierung möglich wurde, ist auch einer Förderung des Bundes zu verdanken. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bewilligte 50.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm. Auch Stiftungsgelder und Spenden trugen zur Finanzierung bei.
Entscheidend für die schnelle Umsetzung waren örtliche Handwerksbetriebe. In nur vier Monaten wurde zügig daran gearbeitet, das denkmalgeschützte Gebäude zu bewahren und für die Zukunft fit zu machen.
Pfarrerin Wentz dankte besonders dem Vorsitzenden des Bauausschusses und Bautischler Martin Frickmeier für seinen unermüdlichen Einsatz. Einen Blumenstrauß erhielten auch Hans-Peter Wegner für die logistische Unterstützung sowie Küster und Kirchenmusiker Rainer Begemann, der die Arbeiten täglich begleitet hatte.
Dirk Tolkemitt, Bürgermeister von Bad Salzuflen, dankte der Gemeinde für ihren Mut, die umfangreiche Renovierung in Angriff zu nehmen. Er versprach, etwas gegen die Schlaglöcher auf der Zufahrt zur Kirche zu unternehmen.
Der dienstlich verhinderte Bundestagsabgeordnete und Prädikant der Gemeinde Robin Wagener (Bündnis 90/Die Grünen) wandte sich an die Gäste per Videogruß, den er am Rande einer Demonstration in Detmold gegen den Hermanns-Marsch von Neonazis am Tag der Deutschen Einheit aufgenommen hatte. Kirche sei ein Stück Heimat, betonte er. „Heimat entsteht nicht durch eine Horde Neonazis, die von weit her anreisen und einmal jährlich mit aggressiven Parolen zum Hermannsdenkmal marschieren. Heimat entsteht durch Menschen, die sich dauerhaft und ehrenamtlich für ihre Kirchengemeinde engagieren und die Gesellschaft lebenswerter machen.“
12.10.2026
