Gemeindepreis 2016 verliehen

Evangelische Gemeindestiftung Lippe zeichnet vier Projekte aus

Stiftungsvorstand Hermann Donay (rechts) und Landessuperintendent Dietmar Arends (3. von rechts) verliehen den Gemeindepreis 2016 an (von links): Elke Masopust („Die andere Andacht“), Dirk Mölling und Brigitte Schnitgerhans (beide „Sylbach kauft ein“), Britta Wöstenfeld („Senioren und Kids/Teens“), Masoud Vahedi und Kiana Navid (beide „Internationaler Bibelkreis“), Margret Petz („Die andere Andacht“) und Sandra Spellmeier („Senioren und Kids/Teens“).

Kreis Lippe/Sylbach. Die Evangelische Gemeindestiftung Lippe hat die evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Sylbach und Lieme sowie Pivitsheide und Detmold-Ost für besondere Projekte mit dem Gemeindepreis 2016 ausgezeichnet. Landessuperintendent Dietmar Arends übergab Vertretern der vier Projektgruppen den mit insgesamt 2.750 Euro dotierten Preis.

Hermann Donay, Vorstandsvorsitzender der Gemeindestiftung, hob hervor, dass es Kuratorium und Vorstand nicht leicht gefallen sei, eine Rangliste der Bewerbungen um den Gemeindepreis zu erstellen. 17 Vorschläge und Projektvorstellungen seien eingereicht worden. Alle Wettbewerbsbeiträge hätten die Vorgaben erfüllt, neue Akzente zu setzen und anderen Gemeinden als Beispiel zur Nachahmung dienen zu können.

Arends, der auch Vorsitzender des Stiftungskuratoriums ist, überreichte der Sylbacher Gruppe „Sylbach kauft ein“ den mit 1.000 Euro dotierten Gemeindepreis. Beim Projekt „Sylbach kauft ein“ helfen Ehrenamtliche unter Federführung der Kirchenältesten Brigitte Schnitgerhans und des Pfarrers Dirk Mölling älteren Menschen beim Einkaufen, der Fahrt zum Arzt, zur Apotheke oder zum Friedhof.

Das Gebiet der Kirchengemeinde Sylbach umfasst vier Ortsteile in den beiden Städten Lage und Bad Salzuflen. In zwei Ortsteilen gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr; in einem Ortsteil einen Nahversorger und in einem anderen eine Bäckerei. Zwar gibt es Supermärkte mit Bringservice, doch die Ehrenamtlichen von „Sylbach kauft ein“ haben festgestellt, dass es den oft alleinstehenden Senioren wichtig ist, aus dem Haus zu kommen und die Einkäufe selbst zu erledigen.

Landessuperintendent Arends dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement. Im konkreten Fall bedeute das Einkaufen zugleich Kontakte und Ansprache zu schaffen.

Über 750 Euro durfte sich das Vorbereitungsteam der Reihe „Die andere Andacht“ der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lieme freuen. Ein fünfköpfiges Gemeinderedaktionsteam hat zwölf (Predigt-) Texte geschrieben, die im Verlauf des Jahres 2016, immer am letzten Sonntag des Monats, im Gottesdienst vorgestellt werden. Gemeindepfarrer Fred Niemeyer half lediglich dabei, Bibeltexte oder Liedanfänge aus dem Gesangbuch zu finden. Vor dem Gottesdienst hängt die Predigt als Plakat in einem Schaufenster in Lieme aus oder kann im Internet gelesen und mittels QR-Code auf das Smartphone geladen werden.

Mit 500 Euro wurde der Beitrag „Senioren und Kids/Teens“ der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Pivitsheide prämiert. Wöchentlich kommen Kinder, Jugendliche und Senioren im Alter von sechs bis 96 Jahren zusammen, um generationenübergreifend zu basteln, zu spielen, zu erzählen oder Spaziergänge zu unternehmen. Nicht nur Gemeindekreise, sondern auch die örtliche Grundschule (Hasselbachschule) und ein lokales Seniorenheim sind in die Veranstaltungen eingebunden. Konfirmanden besuchen das Seniorenheim regelmäßig monatlich. Für die Jugendlichen ist dies  eine Möglichkeit, für sich herauszufinden, ob für sie später einmal ein sozialer oder pflegerischer Beruf in Frage kommen könnte.

Den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis erhielt das Projekt „Internationaler Bibelkreis“ der Kirchengemeinde Detmold-Ost. Der vom landeskirchlichen Flüchtlingsbeauftragten Pfarrer Dieter Bökemeier angeregte Bibelkreis hat es sich zum Ziel gesetzt, Flüchtlingen und Asylsuchenden eine Beheimatung zu bieten und ihnen ihren Wunsch zu erfüllen, das Christentum näher kennenzulernen. Vierzehntäglich kommen 15 bis 18 Menschen aus bis zu sieben Ländern zu dem mehrsprachigen Bibelkreis zusammen. Die meisten von ihnen sind ehemalige Muslime, die sich haben taufen lassen.

Landessuperintendent Dietmar Arends sagte bei der Preisverleihung, dass sich etliche Kirchengemeinden in der Flüchtlingsbetreuung engagierten. Dem Kuratorium und dem Vorstand der Gemeindestiftung habe am Bibelkreis besonders gefallen, dass dort über den Glauben gesprochen werde. Und zwar so nachhaltig und beständig, dass es aus dem Kreis heraus zu Taufen gekommen sei.

„Gutes tun für eine lange Zeit“ - unter diesem Motto ist die Evangelische Gemeindestiftung Lippe vor neun Jahren gegründet worden. Der Gemeindepreis wurde jetzt zum sechsten Mal verliehen. Weitere Infos: www.ev-stiftung-lippe.de

14.06.2016

Antisemitismus deutlich widersprechen

Landessuperintendent Dietmar Arends predigt im Gottesdienst in Warschau

Kreis Lippe/Warschau. Anlässlich des 75. Jahrestages des Aufstands im Warschauer Ghetto hat Landessuperintendent Dietmar Arends gefordert, die Erinnerung an das, was geschehen ist, wachzuhalten. In seiner Predigt am Sonntag, 22. April, in der evangelisch-reformierten Kirche in Warschau sagte Arends: „Es gibt immer wieder Stimmen – und sie werden wieder lauter bei uns – die sagen, es muss doch einmal Schluss sein mit dem Erinnern. Nein, es darf nicht Schluss sein mit dem Erinnern! Nur wenn wir uns erinnern, können wir davor bewahrt werden, dass Ähnliches wieder geschieht. Zu deutlich sehen wir in dieser Welt, wozu Menschen fähig sind. Zu deutlich sehen wir, dass Antisemitismus in Deutschland und an anderen Orten wieder um sich greift.“

Nachhaltige Solidarität mit Geflüchteten

Gottesdienst in der Reihe Profile am Sonntag, 29. April, 17 Uhr in Lage

Kreis Lippe/Lage. Unter dem Bibelwort „Verflucht, wer das Recht des Fremden beugt“ (5. Mose 27,19) kommt die Gottesdienstreihe „Profile“ am Sonntag, 29. April, um 17 Uhr in die ev.-luth. Heilig-Geist-Kirche am Sedanplatz in Lage. Gefeiert wird in diesem Profile-Gottesdienst, dass es seit 25 Jahren das Ökumenische Forum Flüchtlinge in Lippe gibt – für nachhaltige Solidarität mit Geflüchteten.

Wir müssen reden!

Talk der Religionen mit Christen, Juden und Muslimen

Detmold. Es wurde eng im Islamischen Kommunikationszentrum (Industriestraße), als Öffentlichkeitsreferent Nihat Köse zum „Talk der Religionen“ rund 100 Gäste begrüßen konnte. Unter dem Titel „Wir müssen reden!“ laden Vertreterinnen und Vertreter der drei Weltreligionen in insgesamt drei Veranstaltungen zum Gespräch in Moschee, Synagoge und Kirche ein. Auftakt war in Detmold in der Moschee im Islamischen Kommunikationszentrum. Christen, Juden und Muslime saßen zusammen am runden Tisch und sprachen über ihren Glauben, das Leben ihrer Gemeinden und aktuelle Sorgen. Das Publikum war zur Beteiligung eingeladen.

Aktion 5000 Brote

2018 ist wieder ein Aktionsjahr für das Konfi-Projekt „5000 Brote – Konfirmand/innen backen Brot für die Welt“.

Kirchengemeinden sind eingeladen, vorzugsweise in der Zeit von Erntedank bis 1. Advent mit lokalen Bäckereien Brot zu backen, es anschließend zu verkaufen und das Geld für Projekte von Brot für die Welt zu spenden (zum Beispiel durch Verkauf nach Gottesdiensten). Im Konfi-Unterricht kann die Aktion mit verschiedenen Themenschwerpunkten wie z.B. Gerechtigkeit, biblische Geschichten rund um Brot und Nahrungsmittel oder auch Konsumverhalten verknüpft werden.

Tauffest in Lemgo

Anmeldungen in den Lemgoer Kirchengemeinden noch möglich

Lemgo. Evangelische und katholische Kirchengemeinden veranstalten am Sonntag, 10. Juni, das zweite große Tauffest in Lemgo. Ort ist der zentral gelegene Abteigarten. Bei schlechtem Wetter wird das Tauffest in die benachbarte Kirche St. Marien verlegt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind durch Gemeindebriefe und persönliche Ansprache eingeladen worden, sich taufen zu lassen – der aktuelle Anmeldestand liegt bei 43 Täuflingen. Interessenten können sich noch im Gemeindebüro ihrer Kirchengemeinde, den Pfarrern oder online anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Sterben und Tod im Märchen

Erzählabend mit Harfenmusik in Detmold mit 70 Gästen

Kreis Lippe/Detmold. Passend zur Passionszeit hat sich die Lippische Landeskirche in Kooperation mit dem Bestattungsinstitut wegezumabschied dem Thema „Sterben, Tod und Weiterleben im Märchen“ gewidmet. Die Bielefelder Märchenerzählerin Simone Warken nahm rund 70 Gäste in der „WerkHalle“, Kreativ-Ort des Bestatters Hanno Ramrath in Detmold-Heidenoldendorf, durch Erzählungen und Harfenmusik mit auf eine Reise in die Mystik der Märchenwelt.

Der innere Schiedsrichter

Respekttraining am Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg

Kreis Lippe/Detmold. Sie lachen, kugeln sich auf dem Boden, haben Spaß – etwa 20 junge Leute aus aller Welt, aus Polen, Irak, Iran, Türkei, Afghanistan, Bangladesch oder aus Armenien. Da gibt es Pawel, Asra oder Melissa, Rokhsar oder Safiullah und viele von ihnen teilen das gleiche Schicksal. Sie sind Geflüchtete im Alter von 15 bis 20 Jahren, mit Familie oder unbegleitet in Deutschland und alle diese jungen Menschen versuchen, hier Fuß zu fassen – die Schule abzuschließen, eine Ausbildung anzufangen, sich ein Leben aufzubauen. Dabei will ihnen das sogenannte Respekttraining im Sportzentrum des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegs (DBB) helfen, eine Kooperation des DBB mit der Lippischen Landeskirche, deren Diakoniereferat die Kosten des Projekts trägt.

Bunte Glaubenswelt

Marktplatzgespräch: Die Begegnung mit dem Anderen als Chance

Detmold. Das interreligiöse Miteinander in einer pluralen Gesellschaft war Thema des Abends „Bunte Glaubenswelt“ im Rahmen der Reihe „Marktplatzgespräche“ im Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Detmold-Ost. Dr. Marc Breuer (Professor für Soziologie an der Katholischen Hochschule Paderborn), Andreas Mattke (Landespfarrer für Kirche und Schule) und Cemil Sahinöz (Autor, Soziologe und Vorsitzender der Islamischen Gemeinden Bielefeld) diskutierten über das Gespräch der Religionen und die Herausforderungen der Zukunft.

Bestandteile des Lebens

"Profile"-Gottesdienst über Sterben, Tod und Trauer

Bad Salzuflen-Retzen. Die Gottesdienstreihe „Profile“ war zu Gast in der evangelisch-reformierten Gemeinde Retzen. Die Reihe rückt Fragen, Themen und Aufgaben in den Blick, die das Gesicht der Lippischen Landeskirche mitprägen. Insgesamt zwölf Gottesdienste in zwölf lippischen Kirchen werden im Jahr gefeiert. Verbindendes Element ist ein buntes Sofa, auf dem Menschen Platz nehmen und über ihre Arbeit, Motivation und ihren Glauben sprechen.

Die moderne Hexenjagd im Internet

Vortrag: Kommunikationswissenschaftler Fabian Prochazka erklärt das Phänomen der Online-Hasskommentare

Detmold. Sind Hasskommentare im Internet eine neue Form der Hexenverfolgung im digitalen Zeitalter? Dieser Frage ging der Kommunikationswissenschaftler Fabian Prochazka (Hohenheim) auf Einladung des Bildungsreferats der Lippischen Landeskirche in Kooperation mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg (DBB) in der Mensa des DBB auf den Grund. In seinem Vortrag „Digitaler Hass – Die ‚Hetz‘ im Netz“ zeigte er auf, wie sich Menschenverachtung in den sozialen Netzwerken verbreiten kann.
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