Wo Welten aufeinander prallen

Beim evangelischen Bauerntag wird Tacheles gesprochen

Beim Evangelischen Bauerntag drehte sich alles um die Frage „Wie fremd sind sich Landwirtschaft und Bevölkerung?“. Hier stellen sich Referenten und das Kernteam vor. Pastor Dirk Hauptmeier, Dr. Peter Markus (Evangelische Akademie Villigst), Tobias Treseler (Theologischer Kirchenrat der Lippischen Landeskirche), Annette Obermeier (Landfrauenverband Lemgo-Schötmar-Kirchheide/Wüsten), Kurt Kalkreuter (stellvertretender Landrat des Kreises Lippe), Adolf Meier zu Döldissen (Vorsitzender der Kammer für den ländlichen Raum in der Lippischen Landeskirche) und Friedrich-Wilhelm Obermeier (Kreislandwirt, von links).

Kreis Lippe/Lemgo . Die aktuelle Diskussion um die Milchpreise feuert das gespannte Verhältnis und die Diskussion zwischen Verbrauchern und Landwirten zusätzlich an. Dies wurde beim jüngsten evangelischen Bauerntag deutlich, der am Sonntag, 5. Juni, in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde St. Johann in Lemgo stattfand. Unter der Fragestellung „Wie fremd sind sich Landwirtschaft und Bevölkerung“ wurden die unvereinbar scheinenden Gegensätze ausgelotet: Während die Verbraucher angesichts Massentierhaltung unschöne Vorwürfe (wie die der Tierquälerei) in den Raum werfen, wollen sie letztendlich doch eins: Möglichst billig einkaufen.

Pastor Dirk Hauptmeier setzte zunächst im Gottesdienst mit „Lukas 19“ den Schwerpunkt auf das Miteinander und die Notwendigkeit, im Gespräch aufeinander zuzugehen. Das anschließende Kaffeetrinken für die etwa 100 Gäste wurde vom Landfrauenverband Lemgo-Schötmar-Kirchheide/Wüsten ausgerichtet.

Nach dem gemütlichen Teil des Nachmittags begann die nicht ganz unkritische Auseinandersetzung zum Thema „Landwirtschaft und Bevölkerung“. Dass hier teilweise Welten aufeinanderprallen und die Kommunikation durch viel Unwissenheit und Missverständnisse geprägt ist, konnten die Gäste, die überwiegend aus der Landwirtschaft kamen, bestätigen.

Referent Dr. Peter Markus (Evangelische Akademie Villigst) machte verschiedene Faktoren für den Werteverfall verantwortlich. In der Nachkriegszeit, so Markus,  wurden keine Lebensmittel weggeworfen und Reste möglichst verwendet. Durch die Intensivierung der Produktion sei der Ertrag deutlich gestiegen. „Die Märkte sind nicht mehr regional beschränkt, sondern stehen weltweit offen, was dazu führt, dass das gesamte Angebot ganzjährig und im Überfluss verfügbar ist. Auch dadurch verlieren Produkte aus Verbrauchersicht ihre Wertigkeit.“

Außerdem führe der Strukturwandel aus seiner Sicht zu einer Entfremdung der Menschen zur Landwirtschaft. „Betriebe werden aufgekauft, fusionieren zu größeren Betrieben. Dadurch geht die Präsenz der Landwirtschaft in den Dörfern zurück, es gibt weniger Möglichkeiten, Fragen zu stellen oder sich einen Betrieb live vor Ort anzusehen“, so Markus, der bei Großbetrieben auch negative Auswirkungen für die Nachbarn ausmacht.

Größere Tierbestände führen zu mehr Verkehr und erhöhten Emissionen, so dass schnell Bezeichnungen wie „Brunnenvergifter“, „Tierquäler“ oder „Antibiotika-Missbrauch“ fallen. Aus seiner Sicht ist es verheerend, dass Einzelfälle in den Medien skandalisiert oder eben romantisiert werden. „Das realistische Bild der modernen, innovativen Betriebe fehlt mir in den Medien völlig. Einzig in der „Sendung mit der Maus“ sieht man noch die einzelnen Produktionsschritte, wie sie wirklich sind. Die naturnahe, heile Landwirtschaft, die auf Milchtüten abgedruckt wird, suggeriert eine Realität, die so nicht existiert“, klärt der Experte auf.

Seine Forderung: „Diese alten und falschen Bilder und Geschichten der Landwirtschaft müssen durch realistische Bilder ausgetauscht werden, damit auch die Verbraucher den aktuellen Status kennen und besser informiert sind. Transparenz, Vertrauen und eine gemeinsame Auseinandersetzung zwischen Landwirten und Verbrauchern ist nötig, um wieder in einen guten vorurteilsfreien Dialog zu treten, bei dem auch über staatliche Zuschüsse aufgeklärt wird, ohne die die wenigsten Landwirte heute überleben könnten.“

Landwirt und Schweinemäster Friedrich-Wilhelm Meierjohann äußerte sich kritisch zum Vortrag. Er lobte auf der einen Seite die Schlagwörter, die Markus erläuterte, wohl wissend, dass man das komplexe Thema an einem Nachmittag nicht vollumfänglich behandeln kann. Aber ihm fehlten konkrete Lösungsansätze und das „Ziehen an einem Strang“. „Ich möchte keine Prämie vom Staat erhalten, um meine Tierhaltung oder Fläche zu extensivieren, denn damit wird Einfluss auf meinen Betrieb genommen. Das alte Gesetz von Angebot und Nachfrage funktioniert auch heute in der Landwirtschaft gut, es sollte niemand reglementierend eingreifen“, erklärte Meierjohann.

Mit einer weiterführenden, aktiven Diskussion, bei der besondere die Landwirte den aktuellen Umgang in den Medien kritisch hinterfragten und Lösungen forderten, klang der Nachmittag aus.

08.06.2016

Ein wichtiger Platz im Leben der Stadt

Festakt zu 700 Jahre Kirche in Barntrup mit rund 250 Gästen

Barntrup. Die Pfarrer Viktoria und Michael Keil sowie Petra Siekmann-Heide schüttelten viele Hände an diesem Abend: rund 250 Gäste konnte die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde am Mittwoch zum Festakt „700 Jahre Kirche in Barntrup“ begrüßen. Darunter auch Dechant Klaus Fussy vom Dekanat Bielefeld-Lippe, denn es war eine katholische Gemeinde, die am 20. September 1317 mit der Übertragung von Ländereien gegründet wurde – evangelisch wurde Barntrup später, in der Reformationszeit.

Tagesfahrt nach Bremerhaven

Das Leben von Auswanderern kennenlernen

Kreis Lippe. Zu einer Tagesfahrt in das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven lädt das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche am Samstag, 14. Oktober, von 8 bis etwa 20 Uhr ein. Das Deutsche Auswandererhaus befindet sich an einem historischen Standort – direkt am Neuen Hafen in Bremerhaven, der 1852 eröffnet wurde und von dem bis 1890 rund 1,2 Millionen Menschen in die Neue Welt aufbrachen. Neben dem Neuen Hafen waren der Alte Hafen, die Kaiserhäfen und die Columbuskaje Abfahrtsorte für die insgesamt 7,2 Millionen Auswanderer, die von Bremerhaven aus in die Neue Welt zogen.

Flucht und Ankunft

Lesung im Haus Münsterberg am 27. September

Kreis Lippe/Detmold. Zu einer Lesung über Flucht und Ankunft laden die Buchhandlung ‘Kafka & Co‘ und die Lippische Landeskirche im Rahmen des Literaturfestivals „hier!festival.regional.international.“ am Mittwoch, 27. September, um 19.30 Uhr in das Haus Münsterberg, Hornsche Str. 38, in Detmold ein.

Hoffnung stärken

Religionspädagogische Langzeitfortbildung für Mitarbeitende in evangelischen Kitas ist gestartet

Kreis Lippe. Das evangelische Profil schärfen – mit 16 Teilnehmenden ist jetzt eine Langzeitfortbildung des Diakonie- sowie des Bildungsreferates der Lippischen Landeskirche unter dem Titel „Hoffnung stärken“ für Erzieherinnen evangelischer Kindertageseinrichtungen gestartet.


Gemeinsam frei

Musik und Aktionen in der Kirche Cappel zum Reformationsjubiläum

Kreis Lippe/Blomberg-Cappel. Unter dem Titel „gemeinsam frei – gemeinsam gerecht – gemeinsam unterwegs“ haben die evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Cappel und Istrup zusammen mit dem Referat Ökumene und Mission der Lippischen Landeskirche ein Fest zum Reformationsjubiläum gefeiert. Sabine Hartmann und Pfarrerin Iris Beverung konnten (am Samstag, 16. September) rund 100 Gäste in der Kirche begrüßen.

Der Herzschlag der Reformation

150 Sänger und 50 Bläser bringen die Kantate In Deine Hand zur Aufführung

Lemgo. 500 Jahre Reformation – 500 Gäste in St. Marien. Die Kirche war voll, als die Kantate „In deine Hand“ von Matthias Nagel aufgeführt wurde. Landessuperintendent Dietmar Arends erinnerte bei seiner Begrüßung an den Satz: „Musik war der Herzschlag der Reformation“. Sie sei aber darüber hinaus auch so etwas wie der Herzschlag der Gemeinden heute. Diese Kantate sei in Lippe am richtigen Ort, denn sie spiegle die Vielfalt der kirchenmusikalischen Aktivitäten in Lippe wider.

Die Hits der Reformation

Populär arrangierte Psalmenmelodien in der Gottesdienstreihe „Profile“

Kreis Lippe/Horn. „Die 150 Psalmen des Alten Testaments sprechen die großen und kleinen Menschheitsthemen an. Sie führen aus Wut und Ohnmacht heraus und helfen, die Dinge anders zu sehen.“ Für Pfarrer Friedemann Schmidt-Eggert, Landesobmann der Bläserarbeit im Rheinland, ist die aus den Psalmen sprechende Lebenserfahrung so bedeutsam, dass ihnen der Genfer Reformator Johannes Calvin verständlicherweise eine ganz wichtige Rolle als Liedersammlung der reformierten Gemeinden zuerkannt habe.

700 Jahre Kirchengemeinde Barntrup

Einladung zu Festakt und Gottesdienst

Kreis Lippe/Barntrup. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Barntrup lädt zu einem Festakt am Mittwoch, 20. September, um 19 Uhr in die Kirche (Mittelstr. 40) ein. Dort wird Frank Huismann vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe den Festvortrag aus Anlass des 700-jährigen Jubiläums der Kirchengemeinde halten. Am Sonntag, 24. September, beginnt um 10 Uhr ein ökumenischer Festgottesdienst unter Beteiligung von Landessuperintendent Dietmar Arends und Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn), der die Predigt hält.

Ostafrika: Starke Hilfe für eine vergessene Katastrophe

Spendenaufruf für die Hungerhilfe erbrachte bisher fast 600.000 Euro

Düsseldorf/Bielefeld/Detmold. Die Spenden-Verdoppelungsaktion für die Hungerhilfe in Ostafrika ist ein großer Erfolg. Genau 592.763,25 Euro wurden bislang von mehr als 1100 Privatpersonen, Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen gespendet. Mit den Geldern können die Diakonie Katastrophenhilfe und die Kindernothilfe vor Ort in Somalia, Äthiopien, Kenia und dem Südsudan dringend notwendige Hilfsmaßnahmen anbieten.

Voller Vorurteile

Klaus-Peter Hufer gab Tipps zum Umgang mit Stammtischparolen

Kreis Lippe/Detmold. „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“, „man wird doch wohl noch sagen dürfen…“ – solche Sätze sind „Einflugschneisen für Gespräche, die keine sind“, erklärte der Politologe und Erwachsenenbildner Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer (Uni Duisburg-Essen) den Zuhörern seines interaktiven Vortrags am Donnerstag (7. September) im Landeskirchenamt in Detmold. Etwa 70 Interessierte waren auf Einladung des Referates für Ökumene und Mission der Lippischen Landeskirche gekommen, um sich Tipps zu holen, wie man Stammtischparolen wirksam entschärfen kann.

Mach‘ s Maul auf

Ausstellung im Weserrenaissance-Museum unter großem Interesse eröffnet

Kreis Lippe/Lemgo. Bei strahlendem Sonnenschein mit Musik von Gospel SeleXion sowie Lothar Schröer als leibhaftigem Martin Luther ist vor rund 300 Gästen am Sonntagvormittag (3. September) die Ausstellung „Mach’s Maul auf - Reformation im Weserraum“ im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo eröffnet worden.


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