Flüchtlingen Schutz gewähren

Lippische Landessynode beschließt zwei Kundgebungen


Kreis Lippe/Bad Salzuflen. Die Lippische Landessynode hat auf ihrer Tagung am Samstag, 04. Juni, zwei Kundgebungen zum Thema „Flüchtlinge“ und „Religionsfreiheit“ beschlossen.

Mit großer Sorge nimmt die Synode einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der bundesdeutschen Asylpolitik wahr. Neue Gesetze seit dem Herbst 2015 erschwerten vor allem für bestimmte Gruppen von Flüchtlingen den Zugang zu einem Schutzstatus erheblich. Hierdurch werde das grundgesetzlich garantierte Asylrecht weiter ausgehöhlt. Zudem würden durch verschiedene Maßnahmen die Zugangsmöglichkeiten für Flüchtlinge nach Europa und nach Deutschland immer mehr eingeschränkt.

Insbesondere durch das EU-Türkei-Abkommen zur Rückübernahme von Flüchtlingen aus Griechenland sieht die Landessynode grundlegende Menschenrechte verletzt. Das individuelle Asylrecht für Menschen, die Europa schon erreicht haben, werde faktisch außer Kraft gesetzt und Menschen zu noch gefährlicheren Fluchtwegen gedrängt. Gleichzeitig sei in der Türkei ein Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention nicht gegeben.

Gegen eine Politik der Abschottung und des Fernhaltens von Flüchtlingen von Europa erinnert die Lippische Landessynode an die grundlegende humanitäre Verpflichtung zum Flüchtlingsschutz: „Für uns als Kirche ist es zugleich eine Verpflichtung, die uns aus dem Evangelium erwächst. Wir fordern die Bundesregierung auf, neue Zugangsmöglichkeiten für Schutzsuchende auch nach Deutschland zu schaffen. Vor allem legale und geschützte Wege müssen dabei eröffnet werden.“

Weiterhin bejaht die Landessynode ausdrücklich die Vielfalt des religiösen Lebens in Deutschland und bekennt sich nachdrücklich zur Religionsfreiheit, wie sie in Artikel 4 des Grundgesetzes festgehalten ist.  Mit großer Besorgnis nimmt die Landessynode in Teilen der Gesellschaft eine gegenwärtig wachsende Islamfeindlichkeit wahr. Auch im politischen Bereich seien Vorschläge geäußert worden, die auf eine Einschränkung religiöser Ausdrucksformen für Muslime hinauslaufen würden. Demgegenüber betont die Landessynode, dass Religionsfreiheit gerade auch die öffentliche Religionsübung in Deutschland umfasst und umfassen muss. Die Synode wendet sich daher nachdrücklich gegen jede Forderung nach Einschränkung der Religionsfreiheit. Sie verurteilt die damit verbundene Stimmungsmache gegenüber Muslimen oder dem Islam.

Zur Religionsfreiheit gehöre auch, dass Flüchtlinge, die sich zum christlichen Glauben bekennen, dies ungehindert tun können. Sie schließe auch die Freiheit zum Religionswechsel ein. Die Landessynode bittet in diesem Zusammenhang Kommunen und die Betreiber von Aufnahmeeinrichtungen um besondere Sensibilität auch im Umgang mit möglichen Konflikten, die vor diesem Hintergrund entstanden sind. 

 

Weitere Infos zur Lippischen Landeskirche:
Rund 163.000 Gemeindeglieder
69 reformierte und lutherische Gemeinden (58 ref., 10 luth., 1 ev.*)
4 reformierte und 1 lutherische Klasse
56 Synodale
 

*  Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse Bad Salzuflen und in der Lutherischen Klasse.

 

05.06.2016

Studienfahrt für Frauen

Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche lädt ins Kloster Herstelle ein

Kreis Lippe. Zu einer Studienfahrt in die Benediktinerinnen-Abtei in Herstelle an der Weser lädt das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche Frauen von Montag, 24. bis Freitag, 28. Juli, ein. Im Mittelpunkt der Fahrt steht die „Kunst der Traumarbeit“.

Pilgern auf dem Weg der Stille

Nachdenken über Luthers Vorstellungen von Gut und Böse

Kreis Lippe. Zu einer dreitägigen Pilgertour auf dem Weg der Stille unter dem Titel „…und wenn die Welt voll Teufel wär“ lädt von Freitag, 12. Mai, 13 Uhr, bis Sonntag 14. Mai, 15.30 Uhr, das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche ein.

Luther live – Gottesdienst anno 1517

St. Marien feierte einen besonderen Gottesdienst an Ostersonntag

Kreis Lippe/Lemgo. An Ostersonntag hat die Kirchengemeinde St. Marien in Lemgo aus Anlass des Reformationsjubiläums in der Reihe „Profile“ einen Ostergottesdienst gefeiert, wie er vor 500 Jahren in Wittenberg hätte stattfinden können. Der Abendmahlsgottesdienst wurde nach einer Vorlage der Lippischen Kirchenordnung von 1573 gestaltet. Die Predigt hielt Albert Henz, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Kurs zur Selbstbehauptung

Angebot der Lippischen Landeskirche und der pro familia für gehörlose und hörende Frauen

Kreis Lippe/Detmold. Ein Selbstbehauptungstraining für gehörlose und hörende Frauen veranstalten pro familia und die Lippische Landeskirche an zwei Wochenenden in Detmold. Am Freitag, 12. und Samstag, 13. Mai sowie am Freitag, 30. Juni und Samstag, 1. Juli sind Frauen eingeladen, in einer vertrauensvollen und geschützten Umgebung zu lernen, sich selbst zu behaupten und zu verteidigen.

Neue Superintendentin der Klasse Süd gewählt

Juliane Arndt tritt die Nachfolge von Dieter Bökemeier an

Kreis Lippe/Detmold. Pfarrerin Juliane Arndt ist die neue Superintendentin der Klasse Süd. Sie wurde auf dem Klassentag Ende März in Detmold mit großer Mehrheit gewählt. Die 53-jährige ist Pfarrerin der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hiddesen und war seit 2013 bereits stellvertretende Superintendentin.

„Auf zu neuen Ufern“

Pfarrerin Dr. Gönke Eberhardt in das Schulpfarramt eingeführt

Detmold. Pfarrerin Dr. Gönke Eberhardt ist im Abendgottesdienst der evangelisch- reformierten Versöhnungskirche in Detmold offiziell in ihr Amt als Pfarrerin im Schuldienst eingeführt worden.





Religionen im Gespräch

Der Islam in Deutschland – Hintergründe und Perspektiven

Kreis Lippe/Detmold. „Der Islam in Deutschland – Hintergründe und Perspektiven“ heißt am Donnerstag, 27. April, um 18 Uhr der nächste Vortrag in der Reihe „Religionen im Gespräch“.

Wenn die Kräfte nachlassen

Fortbildung zum Älterwerden im Berufsleben – Anmeldung bis 26. April

Kreis Lippe. Zu einer Fortbildung „Wenn die Kräfte nachlassen – Älterwerden im Berufsleben“ lädt das Diakoniereferat der Lippischen Landeskirche am Mittwoch, 3. Mai, von 14 bis 16.30 Uhr und am Donnerstag, 4. Mai, von 9 bis 16 Uhr in das Landeskirchenamt in Detmold, Leopoldstr. 27, ein.
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