Landessuperintendenten-Kandidat Arends: Volkstrauertag mahnt zur Umkehr

Lemgo (epd). Der für das Spitzenamt der Lippischen Landeskirche nominierte Theologe Dietmar Arends hat den Volkstrauertag als Aufruf zur Umkehr gewürdigt. "Wir brauchen ihn als einen Tag, an dem aus der Erinnerung und der Trauer Veränderung erwächst", sagte Arends am Sonntag in seiner Predigt in Lemgo. Christen müssten sich fragen, ob sie den Ruf Gottes zu Umkehr hörten, erklärte der Pastor für Diakonie und Ökumene in der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer. Am "Volkstrauertag" am Sonntag wurde in Deutschland der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Arends rief zu einem stärkeren Engagement gegen den Klimawandel auf. "Wird man uns also einmal fragen, warum wir nicht wirklich umgekehrt sind, um dem Klimawandel entschiedener entgegen zu treten?", sagte Arends laut Predigttext. Ebenso kritisch müsse gefragt werden, wie Deutschland nach seiner Geschichte heute zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt habe werden können.

Angesichts der Debatten in der Kirche über Reformprozesse und "Strategien" mahnte Arends, dass die geistliche Dimension nicht zu kurz kommen dürfe: "Wir sind es nicht, die diese Kirche in der Hand haben. Wir sind auf Christus geworfen", sagte der Theologe in seinem anschließendem Vortrag. Als eine der größten Herausforderungen für die Kirche nannte Arends, Menschen ganz neu mit der christlichen Botschaft bekannt zu machen. Für kleinere Kirchen wie die lippische komme es darauf an, innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gemeinsam mit anderen im Gespräch zu sein. Übergemeindliche Dienste seien für kleinere Kirchen eine Chance. So würden Bereiche wie Jugendkirche, die für eine einzelne Gemeinde nicht zu leisten sei, gemeinsam mit anderen Gemeinden möglich.

Arends stellte sich am Sonntag in Lemgo als Kandidat für das Amt des Landessuperintendenten der Lippischen Landeskirche vor. Die 52 Mitglieder der Landessynode entscheiden am 25. November über einen Nachfolger für Martin Dutzmann, der seit Oktober Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Berlin und Brüssel ist. Zweiter Kandidat für das Spitzenamt ist der Studienleiter in der ökumenischen Bildungs-, Besinnungs- und Begegnungsstätte Kloster Frenswegen, Reiner Rohloff aus Nordhorn.

Die lippischen Landeskirche ist mit 175.000 Mitgliedern eine der kleinsten unter den 20 evangelischen Landeskirchen. Der in Essen aufgewachsene Theologe Dutzmann stand seit 2005 an der Spitze der lippischen Kirche.
 

19.11.2013 epd

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