Sterben und Tod im Märchen

Erzählabend mit Harfenmusik in Detmold mit 70 Gästen

Freuen sich über den gelungenen Abend mit Märchen und Harfenmusik: Sabine Hartmann, Simone Warken und Hanno Ramrath

Kreis Lippe/Detmold. Passend zur Passionszeit hat sich die Lippische Landeskirche in Kooperation mit dem Bestattungsinstitut wegezumabschied dem Thema „Sterben, Tod und Weiterleben im Märchen“ gewidmet. Die Bielefelder Märchenerzählerin Simone Warken nahm rund 70 Gäste in der „WerkHalle“, Kreativ-Ort des Bestatters Hanno Ramrath in Detmold-Heidenoldendorf, durch Erzählungen und Harfenmusik mit auf eine Reise in die Mystik der Märchenwelt.

Internationale Erzählungen verarbeiten uralte Volksweisheiten in magischen Bildern und vermitteln tiefe Einsichten. Sie erzählen von der letzten Reise des Lebens in unterschiedlicher Weise, spiegeln die eigene Innenwelt und ermutigen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Sabine Hartmann, Referentin für ökumenisches Lernen der Lippischen Landeskirche, betonte, dass es auch für Jesus in Gethsemane nicht leicht gewesen sei, seinen Tod vor Augen zu haben. Letztlich aber habe er sein Sterben akzeptiert. „Christinnen und Christen können darauf vertrauen, in der Todesstunde von Gott getröstet zu werden und dürfen auf die Auferstehung hoffen.“

Mit zarten Klängen der keltischen Harfe stimmte Simone Warken die Besucher auf fabelhafte Geschichten ein, die sie auswendig und mit vitalem Ausdruck vortrug. Ihre spannende Erzählweise, die Intonation, Mimik und Gestik einbezieht, verzauberte die Hörer.

Bei den Gebrüdern Grimm erhält der Tod ein lebendiges Gesicht. Als „Gevatter Tod“ macht er alle Menschen gleich und wird ein Freund des armen Mannes. Akzeptiert dieser die Spielregeln des Todes, erzielt er kurzfristig Erfolg und Reichtum. Versucht er den Tod hinters Licht zu führen, muss er sterben. Alte Erzählungen aus Rumänien allgemein, Transsylvanien insbesondere und aus Bulgarien brachten verschiedene Lebenssituationen, Landschaften und Kulturen nahe. Oft erhält der Tod hier eine positive Wendung. In dem Zigeunermärchen „Der Tod als Geliebter“ verliert der Tod seine Bedrohlichkeit, indem sich eine junge einsame Frau in ihn verliebt, als er als attraktiver Mann bei ihr einkehrt. Aus Liebe folgt sie ihm freiwillig und stirbt. „Sie reichte ihm lächelnd die Hand und folgte ihm“.

Viele Hörer schlossen die Augen und ließen sich von den Geschichten einfangen. Meditative Zwischenspiele der Harfe sensibilisierten für eine jenseitige Märchenwelt. Die Harfe, eines der ältesten Instrumente der Menschheit, öffnet mit sphärischen Klängen transzendente Ebenen, gilt sie doch als Instrument der Engel. Wein und Informationsstände vom Eine-Welt-Laden Alavanyo und vom Buchhaus am Markt in Detmold bereicherten den Abend.

23.03.2018

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