Bestandteile des Lebens

"Profile"-Gottesdienst über Sterben, Tod und Trauer

Informationen: Ute Kiel berichtet im Gespräch mit Pfarrerin Claudia Schreiber über die Arbeit des Ambulanten Hospiz-, Palliativ- und Beratungsdienstes.

Bad Salzuflen-Retzen. Die Gottesdienstreihe „Profile“ war zu Gast in der evangelisch-reformierten Gemeinde Retzen. Die Reihe rückt Fragen, Themen und Aufgaben in den Blick, die das Gesicht der Lippischen Landeskirche mitprägen. Insgesamt zwölf Gottesdienste in zwölf lippischen Kirchen werden im Jahr gefeiert. Verbindendes Element ist ein buntes Sofa, auf dem Menschen Platz nehmen und über ihre Arbeit, Motivation und ihren Glauben sprechen.

Unter dem Titel "Seid wachsam, achtsam und betet! Leben begleiten bis zuletzt – Jesus sucht Unterstützung für seine letzten Tage und Stunden“ stand die Arbeit des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes im Mittelpunkt des Profile-Gottesdienstes in Retzen.

Pfarrerin Claudia Schreiber sprach auf dem bunten Sofa mit Ute Kiel, Koordinatorin des Hospizdienstes Bad Salzuflen. Sie berichtete, dass der Verein nicht nur alte Menschen betreue, sondern auch viele jüngere. Die letzte Lebensphase werde durch Aufmerksamkeit begleitet, damit sie würdevoll in vertrauter Umgebung sterben könnten. Rund 120 Ehrenamtliche in Lippe, Frauen und Männer unterschiedlicher Berufe, Altersgruppen und Konfessionen, hätten sich intensiv mit Krankheit, Leid, Sterben und Trauer befasst, um Schwerkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen beizustehen: „Sterben, Tod und Trauer sind Bestandteile des Lebens“, so Ute Kiel, der die Trauerarbeit besonders am Herzen liegt. Neben Einzelgesprächen gebe es Trauerwanderungen, Trauercafés und eine jährliche Trauerreise: „Dort können sich Menschen begegnen, eigene Trauer aufarbeiten und wieder Freude am Leben finden.“

In der Predigt ging Pfarrerin Susanne Eerenstein, Leiterin des Evangelischen Beratungszentrums, auf den Todeskampf Jesu in Getsemani ein (Mt. 26,36-46). Jesus ringe um die Annahme seines Todes. Das Leiden perle nicht von ihm ab. Auch er brauche Unterstützung in den letzten Stunden. Die Bitte „Wachet und betet!“ sei eine Aufforderung zur Sterbebegleitung. „Es tut Sterbenden gut, wenn jemand an ihrer Seite wacht. Wir sind aufgefordert mit ihnen und ihren Angehörigen zu wachen. Achtet auf das, was der Mensch will, den ihr begleitet, und geht auf seine Bedürfnisse ein!“  Jesus erwarte nicht von allen Jüngern Beistand, er nehme nur Jakobus, Johannes und Petrus mit in den Garten. Susanne Eerenstein: „Er wählt die aus, die er um sich haben will. Es ist wichtig, die Selbstbestimmung eines Menschen bis zum Tod zu achten. Wir haben auch das zu achten, was wir nicht verstehen.“

In Standbildern veranschaulichten Ehrenamtliche des Hospizdienstes ihre Arbeit von der ersten Begegnung über das Aushalten von Gefühlen bis hin zur Darstellung der eigenen Motivation. Musikalisch begleiteten Ingrid Stein an der Orgel und Johannes Bulk am Cello den Gottesdienst.

08.03.2018

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