Haushalt für 2018

Grundlage sind geschätzte Einnahmen aus der Kirchensteuer in Höhe von 33,5 Mio. Euro

Kreis Lippe/Detmold. Auf ihrer Tagung am Dienstag, 21. November, hat die Lippische Landessynode den Haushalt für 2018 beschlossen. Er hat ein Volumen von rund 45,6 Mio. Euro. Grundlage sind geschätzte 33,5 Mio. Euro Kirchensteuereinnahmen.

In seiner Rede zur Einbringung des Haushaltsplanes erläutert Dr. Arno Schilberg, Juristischer Kirchenrat der Lippischen Landeskirche, die Hintergründe: „Die geschätzten staatlichen Steueraufkommensentwicklungen gehen von einer kontinuierlichen Steigerung von durchschnittlich rund 3,6 Prozent jährlich bis zum Jahr 2021 aus. Diesen positiven Entwicklungen stehen sehr vorsichtige kirchliche Steuerschätzungen gegenüber. Grund dafür ist die sozialdemografische Entwicklung. Es gibt zwar immer mehr steuerpflichtige Bürger, aber nicht unbedingt mehr steuerpflichtige evangelische Christen. In der Lippischen Landeskirche haben wir in den vergangenen Jahren sehr zurückhaltend geschätzt. Für das kommende Jahr erscheint eine Erhöhung um 1 Mio. Euro, von 32,5 Mio. Euro auf 33,5 Mio. Euro, realistisch und vertretbar.“

Von diesen Kirchensteuereinnahmen entfallen 32 Prozent auf die Landeskirche (z.B. für Diakonie, Ökumene, Bildungsarbeit, Religionsunterricht, Verwaltung), 30 Prozent fließen in die Finanzierung der Gemeindepfarrstellen und 38 Prozent in die Kirchengemeinden (u.a. für Jugendarbeit, Kirchenmusik, Kindergarten, Kirchgebäude).

Trotz der erwarteten Mehreinnahmen plane der neue landeskirchliche Haushalt zunächst mit einem Defizit von rund 1 Million Euro. Gründe seien die Einrichtung neuer befristeter Stellen, unter anderem zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes, im Bereich Flucht und Migration, oder auch im Bereich Rechnungsprüfung.

Das Jahresergebnis 2016 sei positiv ausgefallen, es verblieben rund 1,5 Mio. Euro im „Plus-Saldo“. Dieser Betrag sei in eine neue Rücklage mit der Zweckbestimmung „Versorgungssicherungsfinanzierung/Anteil Landeskirchenamt“ eingestellt worden. Arno Schilberg: „Damit haben wir das umgesetzt, was wir auch den Kirchengemeinden empfohlen haben: die Zuführung von Haushaltsüberschüssen in eine Zweckrücklage zur Finanzierung der Versorgungssicherungsleistungen. Dieses positive Ergebnis ist in erster Linie auf die erhöhten Kirchensteuereinnahmen zurückzuführen.“

Die guten Kirchensteuereinnahmen würden sich so allerdings nicht fortsetzen. Die Gemeindegliederzahl sinke. Der Mitgliederbestand betrage aktuell 161.142 Gemeindeglieder und liege damit um 1.564 unter dem Anfangsbestand 2017. Die Verluste setzten sich zusammen aus Sterbefällen, Austritten und Wegzügen. Diese könnten nicht durch Taufen, Zuzüge, Konversionen und Wiedereintritte kompensiert werden.

 

 

Weitere Infos zur Lippischen Landeskirche:

Rund 161.000 Gemeindeglieder
69 reformierte und lutherische Gemeinden (58 ref., 10 luth., 1 ev.*)
4 reformierte und 1 lutherische Klasse
56 Synodale
 

*  Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse West und in der Lutherischen Klasse.

21.11.2017

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