Nacht der Kirchen und Museen

Feier des Reformationstages in Lemgo

Einzug zum Festgottesdienst. Mehr als 1300 Menschen besuchen den Festgottesdienst in St. Nicolai zum Reformationsjubiläum.

Lemgo. Tausende Lipper haben das Reformationsjubiläum in vielen Kirchengemeinden mit besonderen Gottesdiensten gefeiert. So auch in der Alten Hansestadt Lemgo. Der feierliche Festgottesdienst in St. Nicolai mit rund 1300 Besuchern bildete den Auftakt für eine Kirchen- und Museums-Nacht. Ein Projektchor aller Kirchengemeinden untermalte musikalisch das Reformationsfest, in dem Stephan Prinz zur Lippe, Landrat Dr. Axel Lehmann, Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Vertreter der Lemgoer Kirchengemeinden in ökumenischer Gemeinschaft mitwirkten. Auch das Fürbittengebet sprachen Vertreter verschiedener Konfessionen.

Als Zeichen der Verbundenheit wurden beim Einzug Gegenstände aus Lemgoer Kirchen mitgebracht. Die katholische Heilig-Geist-Gemeinde erinnerte mit einem weißen Taufkleid an die Taufe, die alle Gläubigen in Christus eint. Eine Taufschale aus St. Johann, eine Vereinsfahne aus St. Marien, das Vortragekreuz aus Eben-Ezer und das Nagelkreuz aus Coventry wurden zum Altar gebracht.

Andreas Duderstedt verlieh dem Reformator eine Stimme mit Zitaten Luthers. Das Evangelium las Stephan Prinz zur Lippe. Der lutherische Superintendent Dr. Andreas Lange sagte in der Predigt: "Luthers Botschaft klingt so schlicht und schlug doch ein. Seine Botschaft kam vor 500 Jahren von Wittenberg schnell nach Lemgo. Schilder am Ortseingang weisen Lemgo heute als Reformationsstadt Europas aus. Hier in Lemgo fasste die Reformation zuerst Fuß." Nach Spaltungen der Vergangenheit sei jetzt eine ökumenische Feier mit römisch-katholischen Geschwistern möglich.

Landrat Dr. Axel Lehmann würdigte die Reformation als Akt der Freiheit und Demokratie, die über die Glaubensfreiheit der Landesherren zur Gewissensfreiheit aller Menschen geführt habe.

Die Menschen zeigten sich sehr beeindruckt vom Festgottesdienst. "Schöner als Weihnachten" meinten viele. Anschließend öffneten fünf Lemgoer Stadtkirchen und drei Museen ihre Pforten für kulturelle, geistliche und historische Programmangebote, die gut besucht wurden. Unter dem Titel „Luther klingt“ bot St. Nicolai „Musik zum Anhören und Mitsingen"  mit dem Vokalensemble, dem Hausmusikkreis Linde und dem Posaunenchor Lemgo. Es erklangen auch Reformationslieder am Glockenspiel. Unter der Überschrift "Luther und die Musik" spielte Landeskantor Volker Jänig auf der Schwalbennestorgel in St. Marien Werke der Reformationszeit. Uta Singer interpretierte Lutherlieder. Pfarrer Matthias Altevogt rezitierte Texte und verdeutlichte das Protestpotenzial der Lutherlieder: Eine Schweinfurter Gemeinde habe 1532 mit "Ein feste Burg" einen altgläubigen Priester niedergesungen, und  als Protest gegen Atomraketen sei das Lied in Mutlangen angestimmt worden.

In St. Pauli spielten Bands, während man sich kreativ mit Bibeltexten auseinandersetzen konnte. In St. Johann rezitierte unter dem Motto "Gott macht keine traurigen Gedanken..." der frühere Landessuperintendent Gerrit Noltensmeier Lutherschriften, die Katharina Schotte und Rainer Pannen musikalisch bereicherten. Die katholische Heilig-Geist-Kirche stellte die Taufe ins Zentrum. Mit Wasser aus dem Taufstein der alten Bonifatiuskirche konnte man segnen lassen und die Einheitsübersetzung und Lutherbibel im Vergleich hören.

Im Hexenbürgermeisterhaus führte Jürgen Scheffler durch die Reformationsausstellung "Glaube, Recht & Freiheit" und das Posaunenquartett Slide-O-Five intonierte Bläsersätze. Derweil zeigte Stadtarchivar Marcel Oeben im Süsterhaus historische Dokumente der Reformationszeit. Die Gedenkstätte Frenkelhaus platzte aus allen Nähten. Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn führte durch die Ausstellung, die jüdische Klezmermusik begleitete.

Beim gemeinsamen Abschluss in St. Nicolai hörten die Besucher  beeindruckende Musik des großen Posaunenchores Lemgo unter Leitung von Oliver Eggert. Luthers Abendsegen sprachen etwa 1000 Besucher gemeinsam. Ein anheimelndes Lichtermeer aus hunderten Kerzen und Abendlieder wie "Der Mond ist aufgegangen"  und „Beib bei mir Herr“ ließen den Festtag stimmungsvoll ausklingen.

Einen Bilderrückblick und den Gottesdienst zum Nachhören gibt es auf http://www.kirche-lemgo.de.

06.11.2017

Drei Ausstellungen zum Thema Reformation

Drei Museen laden ein

Gleich drei bemerkenswerte Ausstellungen locken derzeit ins Lipperland. Ob im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo, im Lippischen Landesmuseum Detmold oder im Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo – passend zum Lutherjahr 2017 dreht sich in den drei Häusern alles um das spannende Thema Reformation.

Reformationsjubiläum 2017




Lippe feiert 500 Jahre Reformation - Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen und weiterführende Links zu Terminen und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017 in Lippe sowie den Film über die Lippische Landeskirche "Für Euch da".

Kirche in Lippe - auf dem Weg bis 2030

Diskussionsprozess

Die Landessynode hat im Frühjahr 2016 den Landeskirchenrat beauftragt, den Diskussionsprozess zur künftigen Gestalt der Landeskirche unter der Leitfrage „Wie muss die Lippische Landeskirche aufgestellt sein, um als eigenständige Landeskirche auch in Zukunft ihre Aufgaben gut erfüllen zu können?“ auf den Weg zu bringen.
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