Mach‘ s Maul auf

Ausstellung im Weserrenaissance-Museum unter großem Interesse eröffnet

Martin Luther in der Mitte: Über den Start von „Mach’s Maul auf“ freuen sich Landessuperintendent Dietmar Arends, Dr. Vera Lüpkes, Kirchenrat Tobias Treseler, Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann, Dr. Heiner Borggrefe und Prof. Detlef Haberland (Uni Oldenburg) (von links)Foto: WRM/Herrmann

Kreis Lippe/Lemgo. Bei strahlendem Sonnenschein mit Musik von Gospel SeleXion sowie Lothar Schröer als leibhaftigem Martin Luther ist vor rund 300 Gästen am Sonntagvormittag (3. September) die Ausstellung „Mach’s Maul auf - Reformation im Weserraum“ im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo eröffnet worden.


Rund 120 Exponate – darunter das Porträt  Martin Luthers von Lucas Cranach dem Älteren – sind ab sofort zu sehen. Die Ausstellung und der begleitende Katalog verdeutlichten, wie sich die Reformation bereits in den 1520er Jahren im Weserraum früh verbreitetet habe, erläuterte der Kurator der Ausstellung, Dr. Heiner Borggrefe: „Ein Thema, das bisher wissenschaftlich kaum erschlossen ist“. Die Entwicklung werde verständlich dargestellt, von der Angst der Menschen vor  Fegefeuer und Hölle über den Bildersturm bis hin zum neuen evangelischen Glauben. Ein Schwerpunkt liege auf dem Buch- und dem Bilderdruck, ohne die sich Luthers 95 Thesen damals nicht „wie ein Lauffeuer“ hätten verbreiten können.

Multimedial wird das Thema aufbereitet, Touchscreens, Hörstationen und Kurzfilme gehören mit dazu.  „Diese Ausstellung macht Lust auf mehr“, findet Anke Peithmann, Vorsteherin des Landesverbandes Lippe, Träger des Weserrenaissance-Museums. Die Schau mit dem provokanten Titel „Mach’s Maul auf“ nach einem Zitat von Martin Luther stelle die Thematik „respektvoll, sachlich und objektiv“ dar. Im Mittelpunkt stehe das Kunstwerk: „Es ist und bleibt das Herzstück einer guten Ausstellung“.

Kooperationspartner sind die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das Germanische Nationalmuseum Nürnberg  sowie das Georg-Eckert-Institut Braunschweig, Projektträger ist die Lippische Landeskirche. Landessuperintendent Dietmar Arends erinnerte in seiner Begrüßung an das Motto der Lippischen Landeskirche im Reformationsjubiläum: „Gemeinsam frei“. Dieses Motto beziehe sich auf den Kern der reformatorischen Entdeckung – den Gedanken der geschenkten Freiheit. „Die gute Nachricht befreit den Menschen von dem Zwang, sich selbst rechtfertigen zu müssen. Befreit von der Selbstsorge, wird der Mensch frei für den Nächsten.“ Diese Botschaft hätten die Reformatoren wiederentdeckt. Das Motto „Gemeinsam frei“ stehe aber auch für Vernetzung und Kooperation in Lippe: „Es dient auch als Motivation, das Jubiläum gemeinsam mit anderen Akteuren  aus Kultur und Gesellschaft zu begehen und nicht nur im innerkirchlichen Miteinander zu bleiben.“ Dietmar Arends: „Wir freuen uns, dass diese Vernetzung gelungen ist – dass ganz viele Akteure dieses besondere Jahr mitgestalten.“ 

Ein besonderer Dank ging in der Eröffnung an alle, die an der Ausstellung ihren Anteil haben – unter anderem wurde das Engagement von Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes genannt und als finanzielle Förderer die Kulturförderung des Landes NRW und die Stiftung Standortsicherung des Kreises Lippe. 

Ebenfalls unter großem Publikumsinteresse wurde am Sonntagnachmittag die Reformationsausstellung „Machtwort! Reformation in Lippe“ im Lippischen Landesmuseum Detmold eröffnet. Mit der bereits Ende August gestarteten Ausstellung „Glaube, Recht & Freiheit. Lutheraner und Reformierte in Lippe“ im Museum Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo sind bis Anfang Januar drei bemerkenswerte Ausstellungen zur Reformation in lippischen Museen zu sehen. Infos:  www.3museen.net

 

 

04.09.2017

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