Luther live – Gottesdienst anno 1517

St. Marien feierte einen besonderen Gottesdienst an Ostersonntag

Gottesdienst mit viel Musik im alten Gewand. Mit Albert Henz, Matthias Altevogt, Tobias Treseler und Volker Jänig sowie Musikern der MarienKantorei Lemgo. (von links)


Kreis Lippe/Lemgo. An Ostersonntag hat die Kirchengemeinde St. Marien in Lemgo aus Anlass des Reformationsjubiläums in der Reihe „Profile“ einen Ostergottesdienst gefeiert, wie er vor 500 Jahren in Wittenberg hätte stattfinden können. Der Abendmahlsgottesdienst wurde nach einer Vorlage der Lippischen Kirchenordnung von 1573 gestaltet. Die Predigt hielt Albert Henz, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Nach dem Orgelvorspiel eröffnete der alte österliche Hymnus „Resurrexi“ (Ich bin auferstanden) den besonderen Gottesdienst, der aufgrund der alten Ordnung immer wieder mit ungewohnten Elementen überraschte, wie zum Beispiel dem gesungenen Bibeltext.

Durch die Liturgie führte Pfarrer Matthias Altevogt, gekleidet in einem vom katholischen Kollegen geliehenen Festtagsgewand.

Den Rahmen des fast zweistündigen Gottesdienstes bildete die „Misa pange lingua“, eine Messe von Josquin Despréz (1450-1521), den Luther sehr schätzte. Die Solisten Uta Singer (Sopran), Florian Feth (Tenor), Hans-Hermann Jansen (Tenor), Georg Thauern (Bass) und historische Instrumente wie Zink (Arno Paduch), Gamben (Laura Frey und Claas Harders) sowie Naturtrompete (Till Krause) verliehen der Interpretation der MarienKantorei unter Leitung von Kantor Volker Jänig viel Glanz. Jänig sorgte mit der Schwalbennestorgel für klangschöne Akzente. Das Lutherlied „Erhalt uns Herr bey deinem Wort“ von 1541 und eine Orgelnachspiel ließen den Gottesdienst ausklingen. 

„Ostern bewegt zu neuen Aufbrüchen“ sagte Albert Henz in seiner Predigt. Die Botschaft von Ostern habe die Kraft, Neues anzustoßen und Menschen zu bewegen. Die Frauen am Grab seien die ersten Botschafterinnen der neuen Lebendigkeit gewesen. „Was für ein Priesteramt durch das weibliche Geschlecht, was für eine Revolution!“ Die Reformation habe Bewegung in die alte Kirche gebracht. „Sie emanzipierte die Gläubigen und erneuerte die Glaubensgemeinschaft.“  Zwar sei die Kirche manchmal müde: „Wir tun uns heute schwer mit Neuem. Wir haben uns eingerichtet.“ Doch viele österliche Aufbrüche zeigten, dass sich das ändern könne. Als Beispiele nannte der Theologe das Luther-Oratorium von Dieter Falk mit tausenden Mitwirkenden, wachsende Kirchengemeinschaften in Brasilien oder neue Formen kirchlichen Lebens in Deutschland. Kirchenrat Tobias Treseler lud im Grußwort der Lippischen Landeskirche die Besucher zu weiteren Veranstaltungen der Reihe „Profile“ ein. Diese verknüpft im Reformationsjahr in zwölf Gottesdiensten in Lippe profilierte Kirchenmusik mit profilierten Gastpredigern und beschäftigt sich auf unterschiedliche Weise mit dem lippischen Reformationsthema "gemeinsam frei". Der nächste Gottesdienst der Reihe findet am 21. Mai in der Ev.-ref. Kirche Barntrup statt. 

20.04.2017

Drei Ausstellungen zum Thema Reformation

Drei Museen laden ein

Gleich drei bemerkenswerte Ausstellungen locken nach den Sommerferien ins Lipperland. Ob im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo, im Lippischen Landesmuseum Detmold oder im Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo – passend zum Lutherjahr 2017 dreht sich in den drei Häusern alles um das spannende Thema Reformation.

Reformationsjubiläum 2017




Lippe feiert 500 Jahre Reformation - Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen und weiterführende Links zu Terminen und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017 in Lippe sowie den Film über die Lippische Landeskirche "Für Euch da".

Kirche in Lippe - auf dem Weg bis 2030

Diskussionsprozess

Die Landessynode hat im Frühjahr 2016 den Landeskirchenrat beauftragt, den Diskussionsprozess zur künftigen Gestalt der Landeskirche unter der Leitfrage „Wie muss die Lippische Landeskirche aufgestellt sein, um als eigenständige Landeskirche auch in Zukunft ihre Aufgaben gut erfüllen zu können?“ auf den Weg zu bringen.
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Windows Live