Die Kirchengemeinde Lieme schafft Wohnraum für Fledermäuse und Dohlen

Auszeichnung >>Lebensraum Kirchturm<< für St. Georg

Übergabe von Plakette und Urkunde an die Kirchengemeinde

Am Dienstag, 3. September 2013 überreichte Hajo Tapp, Vorsitzender des NABU Lemgo, der Kirchengemeinde Lieme die Plakette und Urkunde „Lebensraum Kirchturm“.

Fledermäuse nutzen Dachstühle gern als Sommerquartier, Glockentürme sind bei ihnen besonders beliebt. Nach Sanierungen sind die Fledermäuse jedoch häufig ausgesperrt; ebenso wie bedrohte Vogelarten, die in Gebäuden brüten, bleiben sie „vor der Tür“.

Für die Fledermäuse und Gebäudebrüter, wie die Dohlen hat die Kirchengemeinde Lieme am Glockenturm Abhilfe geschaffen. Die Dohlen können in Nischen am Turm brüten und die Fledermäuse haben Zugang zum Gebälk im Dachstuhl.
Zusammen mit dem Küster Thomas Mertinat haben Mitglieder des NABU Lemgo die Maßnahmen begutachtet und waren vom Engagement der Kirchengemeinde beeindruckt.  „Die Kirchengemeinde und der ehrenamtliche Umweltschutz handeln hier aus der Verantwortung für die Schöpfung gemeinsam für den Arten- und Umweltschutz“, hob Pastor Fred Niemeyer bei Auszeichnung hervor.

Für Rückfragen:
Ingo Briegel, NABU Lemgo, Mobil 017647772481, Mail: nabu-lemgo-lk@ewe.net
Heinrich Mühlenmeier, Lippische Landeskirche Detmold, Telefon 05222-805146, Mail: heinrich.muehlenmeier@lippische-landeskirche.de

Über das Projekt „Lebensraum Kirchturm“

2007 startete der NABU zusammen mit dem Beratungsausschuss für das Glockenwesen das Projekt „Lebens-raum Kirchturm“. Damals war der Turmfalke Vogel des Jahres; ein Vogel, der wie kaum ein anderer auf Nist-möglichkeiten in Kirchtürmen angewiesen ist. Aber auch andere Vogelarten wie Schleiereulen und Dohlen nutzen Kirchtürme als Ersatz für natürliche Bruthöhlen. Fledermäuse finden oft ein geeignetes Quartier im Kirchturm und nutzen dieses treu jedes Jahr wieder.
Bei Kirchturmsanierungen werden die Einfluglöcher und Brutnischen häufig zum Schutz gegen Tauben verschlossen. Selbst kleine Arten wie Spatz oder Hausrotschwanz stehen dann vor verschlossener Tür.
Ziel des Projektes ist es, die Brutplätze für die Turmfalken, Dohlen, Schleiereulen, Fledermäuse und andere Arten zu erhalten und renovierte Kirchtürme wieder als Lebensraum zu öffnen.
Sechs Jahre nach dem Start des Projektes sind mehr als 500 Kirchen in Deutschland für ihren Einsatz für den Artenschutz mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ vom NABU ausgezeichnet worden. In Lemgo sind dies die Kirchengemeinden St. Nicolai, St. Georg in Lieme und St. Johann.

Weitere Infos zum Projekt:

www.nabu.de/aktionenundprojekte/lebensraumkirchturm/
www.glocken-online.de/glockenaktuell/lebensraumkirchturm.php
www.lippische-landeskirche.de/3628-0-39
http://www.nabu-lemgo.de/projekte/lebensraum-kirchturm/

 

07.09.2013 Heinrich Mühlenmeier

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