Landeskirche nutzt Fördermittel der nationalen Klimaschutzinitiative

Nach der Antragstellung und Bewilligung beginnt nun die Bestandsaufnahme.

Die EKD-Synode hat auf Ihrer Tagung im November 2008 eine Kundgebung verabschiedet, die auf Erkenntnisse zum Klimawandel hinweist. Die Herausforderung besteht darin, die beschleunigte Klimaerwärmung durch konsequentes Handeln zu mildern und eine Trendwende in der Treibhausgas-Emissionsentwicklung einzuleiten. Die Zielvorgabe der EKD-Synode ist eine 25 %ige Reduzierung der Emissionen bis zum Jahr 2015, wobei 2005 als Basisjahr gilt. Die Synode der Lippischen Landeskirche hat beschlossen, dass Handlungsvorschläge für die Landeskirche und für die Kirchengemeinden entwickelt werden sollen, um dieses Ziel zu erreichen bzw. diesem Ziel möglichst nahe zu kommen. Der erste Schritt ist die Erstellung von Gebäudegutachten, da in Deutschland ca. ein Drittel der produzierten Energie zum Heizen der Gebäude gebraucht wird. Die Lippische Landeskirche einschl. der Kirchengemeinden verfügt über eine großen Gebäudebestand. Neben dem Kirchgebäude und dem Pfarrhaus sind in vielen Gemeinden auch zusätzlich Gemeindehäuser, Jugendzentren, Küsterwohnungen, Friedhofskapellen und Kindergärten gebaut worden. Als Synodales Gremium begleitet die Kammer für öffentliche Verantwortung diesen Prozess.

Für die Untersuchung des Gebäudebestandes haben sich insgesamt 34 Kirchengemeinden der Lippischen Landeskirche erklärt. Es wurde 142 Gebäude gemeldet. Die Bundesförderung im Jahr 2010 von 80 % der Kosten wurde durch den Bund gestrichen. Die Landessynode hat in der Sommersynode 2010 den Appell an die Bundesregierung gerichtet, die Förderung wieder aufzuleben. Die Restfinanzierung in Höhe von 20 % (entspr. 28 T€) wird von der Landeskirche getragen. Im Jahr 2011 gab es eine 50 %-Förderung durch den Bund, so dass das Auftragsvolumen unter Berücksichtigung des Eigenanteils der Landeskirche von 28 T€ insgesamt 56 T€ beträgt. Dies bedeutet, dass von den 142 gemeldeten Gebäuden „nur“ 95 untersucht werden können; herausgestrichen wurden insbesondere die denkmalgeschützten Gebäude, da der energetische Sanierungsaufwand unter Einschränkung der denkmalrechtlichen Möglichkeiten nicht mit dem finanziellen Einsatz in Einklang steht.

Die regionale Verteilung der Gemeinden zeigt die Karte der lippischen Landeskirche:

Gemeinden mit untersuchten Gebäuden im Rahmen der Klimaschutzinitiative

Klick auf Karte vergrößert diese

Das externe Unternehmen wird klimaschutzrelevante Schwachstellen bei den Gebäuden aufzeigen und eine Gebäudebewertung (insb. Basisdatenerfassung, Analyse und Bewertung der Ist-Situation, Darstellung von Minderungspotentialen, Empfehlung von Sanierungen) vornehmen, so dass die Kirchengemeinden Handlungsempfehlungen bekommen, und welche Maßnahme mit welchem finanziellen Aufwand welche CO2-Einsparungen erbringt. Der Förderbeginn läuft ab 1.8., die Kirchengemeinden wurden vorab informiert und haben Ansprechpartner benannt. Die Gebäudeuntersuchung kann nun schnellstens anfangen.

Ziele und Fortführung:

  1. den Kirchengemeinden sollen Energieeinsparpotentiale aufgezeigt werden, um so durch die punktuelle Erneuerung zu einer Heizeinsparung und entsprechend zu einer klimafreundlichen CO2-Reduzierung zu gelangen.
  2. Diese Begutachtung soll auch dazu dienen, dass sich die Kirchengemeinden intensiv mit ihrem Gebäudebestand beschäftigen. Dabei sollte vor einer energetischen Umsetzung auch geprüft werden, wie die Nutzungsintensität der Gebäude durch die Gemeinde ist.
  3. Die Landeskirche wird auf diesen Ergebnissen für die nächsten 3 Jahre ein Organisations- und Controllingkonzept entwickeln, damit das EKD-Ziel einer 25%-igen Emissionsreduktion erreicht werden kann. Gleichzeitig soll ein Klimaschutzmanagement aufgebaut werden, so dass die Gemeinden eigenständig den Klimaschutz in Ihrer Gemeinde fortführen können. Parallel hierzu können landeskirchliche Schulungen und Weiterbildungen erfolgen.
  4. Erstellung eines ersten Klimaschutzberichtes für die Landeskirche.

Klaus Michael (auf der Leiter) prüfte den Dachboden des Familienzentrums Heiden und machte Gerald Klaassen, Tanja Kin, Brigitte Fenner und Heinrich Mühlenmeier (von links) auf die Möglichkeit einer Dämmung aufmerksam.Weitere Informationen zum Projekt:

Klima schützen, Kosten sparen - Bund bewilligt Fördermittel für energetische Untersuchung kirchlicher Gebäude

Kreis Lippe/Lage-Heiden. Die Lippische Landeskirche lässt rund 100 Gebäude ihrer Kirchengemeinden untersuchen, um Mittel und Wege zu finden, den Heizenergieverbrauch der Immobilien zu senken.

Die Begutachtung der Gemeindehäuser, Jugendzentren und Kindergärten kostet 56.000 Euro. Mit einem Kostenzuschuss in Höhe von 28.000 Euro unterstützt das Bundesumweltministerium die Landeskirche in ihrer Klimaschutzarbeit. Weiter .... 

Erste Erfahrungen mit der Umsetzung:

In der Kirchengemeinde Heiden ist schon direkt mit der Auswertung der Gebäudegutachten begonnen worden und im Rahmen von bereits geplanten Sanierungsmassnahmen mit der der Umsetzung begonnen worden (Bericht in der Lippischen Landeszeitung vom 06.12.2011 .

Gutachten für die Kirchengemeinden und nun wie weiter?
34 Kirchengemeinden haben sich an der Klimaschutzinitiative beteiligt. Das Niedrig-Energie-Institut führt nun die Begutachtung der Gebäude bis Ende Januar 2012 durch. Daher kann es sein, dass Ihnen entweder schon ein Gutachten vorliegt bzw. mit Ihnen in Kürze ein Ortstermin vereinbart wird. In dem Gutachten werden wichtige Details und Empfehlungen aufgeführt, den CO2-Ausstoß Ihrer Gebäude zu minimieren.

Materialien für die Umsetzung der Vorschläge in den Kirchengemeinden:

 

 

 

Gefördert durch:

 
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14.09.2011 Heinrich Mühlenmeier

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