Grupo Sal: ernste Texte und mitreißende Spielfreude
Steffensky und Grupo Sal
Konzertlesung in der Detmolder Stadthalle
Kreis Lippe/Detmold. Auf großes Interesse ist am Freitagabend (13. März) die Lesung des Theologen Fulbert Steffensky in der Stadthalle Detmold gestoßen. Der in Hamburg lebende Religionspädagoge und Autor trat vor vollem Haus gemeinsam mit der Band Grupo Sal auf, die seine Ausführungen musikalisch begleitete, aber auch eigene Lieder spielte. Eingeladen hatten zu der Veranstaltung die Lippische Landeskirche, das Diakonische Werk, Pax Christi und der Eine-Welt-Laden Alavanyo.
Ein weiterer Teil der Lesung thematisierte die Frage nach der eigenen Herkunft. Darin betonte Steffensky, wie wichtig es sei, sich an die Vergangenheit zu erinnern und der Toten zu gedenken. Viele Menschen lebten heute nur ihre Individualität aus, ohne zu merken, dass ihre Wurzeln Teil ihrer Persönlichkeit sind. „Ohne Erinnerung sein, heißt kein Leben mehr haben“, betonte Steffensky. „Wer dagegen Tote und eine Herkunft hat, muss nicht an sich selbst verhungern.“
Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzten die Texte für hörbehinderte Besucher. Die Band Grupo Sal, „die Stimme Lateinamerikas“, begleitete die Ausführungen des Theologen musikalisch, spielte aber auch eigene Songs, die sich um Probleme wie Armut, Gewalt und Anarchie in Süd- und Mittelamerika drehten. Die ernsten Texte standen im Kontrast zu den schnellen Rhythmen und der mitreißenden Spielfreude, die die sechs Musiker an den Tag legten. Während der Veranstaltung baten die Künstler um Geld für ein Ärzte-Projekt in Bolivien, mit dem die medizinische Versorgung im Anden-Staat verbessert werden soll.
16.03.2009
