Geschichte
der Lippischen Landeskirche
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Graf Simon VI.
(1554-1613) |
Vor der Reformation unterstand der nördliche Teil der Grafschaft Lippe dem Bischof von Minden, der südliche dem von Paderborn. Ausgangspunkt für die Reformation war die Stadt Lemgo, wo ab 1522 lutherisch gepredigt wurde. 1605 führte der calvinistisch geprägte Graf Simon VI. (1554-1613) das reformierte Bekenntnis ein. Die Hansestadt Lemgo widersetzte sich dem Konfessionswechsel. Erst 1617 kam es mit mit dem Röhrentruper Rezeß zum Friedensschluß zwischen der alten Hansestadt und dem lippischen Grafen. Lemgo blieb lutherisch.
1618 wurde für die reformierten Gemeinden der Heidelberger Katechismus eingeführt.
Worin unterscheiden sich die beiden Prägungen des evangelischen Glaubens? Kurz zusammen gefaßt: Auf der lutherischen Seite geht alles Denken davon aus, daß Gott in Christus Mensch geworden ist, also in Christus uns Menschen leiblich begegnet ist und bis heute begegnet. Der Gottesdienst ist in der lutherischen Tradition ein Fest der geheimnisvollen Gegenwart Gottes. In Brot und Wein kommt Christus elementar zu den Menschen. Reformiert geprägter Theologie geht es in erster Linie darum, Gott allein die Ehre zu geben und damit allen Versuchen zu wehren, mit denen der Mensch Gott zu vereinnahmen oder ihn in ein religiöses Ghetto einzusperren versucht. Beruht lutherische Theologie mehr auf einer seelsorgerlichen Frömmigkeit, so setzt reformierte Theologie eher den Akzent auf die Ordnungen des Zusammenlebens in einer Gemeinde, auf soziale Gerechtigkeit und politische Mitverantwortung der Christen. Beide Prägungen sind heute noch spürbar: als gegenseitige Ergänzung ohne allen ausgrenzenden Streit.
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Fürstin Pauline zur Lippe
(1769-1820) |
1854 bekamen die Katholiken das Recht, Gemeinden zu gründen und Kirchen zu bauen. Die Lutheraner wurden den Reformierten gleichgestellt. Seit 1877 gab es eine Synodalordnung; die Synode hatte jedoch bis 1918 wenig Bedeutung. In diesem Jahr trat an die Stelle des landesherrlichen Kirchenregiments der neu geschaffene Landeskirchenrat. Seit 1931 gilt die gegenwärtige Verfassung.
Die Lippische Landeskirche nahm während der Amtszeit von Landessuperintendent D. Wilhelm Neuser (1936-1958) zahlreiche von den Nazis verfolgte Pfarrer und Vikare aus anderen Landeskirchen in Lippe auf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine rege Bautätigkeit. Es entstanden zahlreiche neue Gemeinden. Die Verfassung macht deutlich, daß sich die Kirche von der Gemeinde her versteht. Die Landeskirche hat übergreifende Aufgaben vor allem in den Bereichen Diakonie, Bildung, Ökumene und Verwaltung übernommen.
Die Landessuperintendenten der jüngsten Zeit sind
Dr. Udo Smidt (1959-1 970),
Dr. Fritz Viering (1970-1979),
Dr. Ako Haarbeck (1980-1996)
Dr. Gerrit Noltensmeier (1996-2005)
Dr. Martin Dutzmann (seit 2005)



